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Villingen-Schwenningen OB will Maison de France abreißen

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OB Rupert Kubon plädiert für einen Abriss des Maison de France. Foto: Eich Foto: Schwarzwälder-Bote

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Der Kunstverein VS setzt sich für einen Erhalt des Maison de France in der Villinger Pontarlierstraße ein. Dagegen plädiert OB Rupert Kubon für einen Abriss, wie er in einer Stellungnahme auf den offenen Brief des Vorsitzenden Helmut Kury und des Geschäftsführers Bernhard Fabry Stellung erklärt.

VS-Villingen. "Denkmalschutz ist wichtig, sehr wichtig, das gilt nicht nur für Objekte, die aus einer Zeit herrühren, die keiner der Zeitgenossen mehr erlebt hat, sondern auch für weitaus jüngere Gebäude", erklärt der OB. Vor diesem Hintergrund habe er sich beispielsweise sehr nachdrücklich für den Erhalt und die Sanierung des Gymnasiums am Deutenberg in Schwenningen eingesetzt. Diese Schule mit ihrem beeindruckenden Bezug zur Tradition des Dessauer Bauhauses, mit ihren damals innovativen Lösungen für ein kostengünstiges und gleichzeitig sehr humanes Bauen werde derzeit mit hohem Kostenaufwand saniert.

Und weiter erklärt Kubon: "Wichtig für jedes Denkmal, ob alt oder neu, ist aber immer auch eine zumutbare Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes. Das gilt umso mehr für Gebäude der Zeitgeschichte. Die Stadt Villingen-Schwenningen und auch ich persönlich habe mich deshalb intensiv dafür eingesetzt, eine neue wirtschaftliche Nutzung für das Ensemble des Maison de France zu finden. Konkret wurde dem Deutschen Jugendherbergswerk vorgeschlagen, das Objekt für eine neue Jugendherberge zu übernehmen, was das DJH abgelehnt hat. Die Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt, hätte die Stadt dem DJH dieses Objekt nach dem Erwerb sogar kostenfrei überlassen", zeigt Kubon auf.

Überdies sei geprüft worden, hier einen Teil der zu bündelnden Verwaltung, beispielsweise das Bürgeramt, das sich derzeit auf der Steig befindet, unterzubringen. Auch dies habe sich aus kapazitäts- und wirtschaftlichen Gründen, sowie einer zu niedrigen Deckenhöhe, als undurchführbar erwiesen.

Vorschlag klingt reizvoll

"Der Vorschlag, das Guckloch-Kino dort unterzubringen klingt zunächst reizvoll. Doch das derzeit einsturzgefährdete Kinogebäude bildet nur einen kleinen Teil des als Gesamtensemble denkmalgeschützten Maison de France. Neben den hohen Investitionskosten müssten laufende Gebäudekosten finanziert werden. Die von der Stadt unterhaltene und vom Guckloch-Kino genutzte Scheuer würde ja weiterhin bestehen bleiben", erklärt der OB.

Der Denkmalschutz sehe auch vor, dass der Erhalt zumutbar sein muss. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg habe dazu bereits 1999 einen Leitsatz formuliert: "Die Zumutbarkeit der Erhaltung beziehungsweise Sanierung eines Kulturdenkmals ist anhand einer Wirtschaftlichkeitsberechnung zu prüfen, bei der die voraussichtlichen Investitions- und Bewirtschaftungskosten den möglichen Nutzungserträgen oder dem Gebrauchswert gegenüberzustellen sind". Deshalb habe die Stadt zwischenzeitlich eine solche Wirtschaftlichkeitsprüfung des Maison de France in Auftrag gegeben. Unabhängig von der Wirtschaftlichkeit des Objektes gehe es aber auch darum, bei einem Denkmal den Gesamtzusammenhang zu beachten. Villingen-Schwenningen sei eine wachsende Stadt. Das ehemalige französische Kasernengelände werde gebraucht, um darauf kostengünstiges sozial verantwortbares Bauen zu ermöglichen. Dies gehe nur, wenn eine entsprechende Verdichtung möglich. Das Maison de France stelle ein gravierendes Hindernis für eine notwendige flächensparende Verdichtung dar. Deshalb betreibe die Verwaltungsspitze nach einer intensiven Abwägung den Abriss des Gebäudes. "Ich hoffe sehr, dass damit eine wirtschaftlich umsetzbare und sozial verantwortliche Lösung im Interesse aller Menschen, besonders auch derjenigen, die auf günstigen Wohnraum angewiesen sind, gefunden werden kann", macht der OB deutlich.

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