Villingen-Schwenningen Neue Umgebung in Tansania wird zur "anderen Heimat"

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Regina Klausmann und Joshua Krüger können viel über ihre Arbeit in Tansania berichten. Foto: Seelsorgeeinheit Foto: Schwarzwälder-Bote

VS-Schwenningen. Vor knapp einem Jahr hatte die Seelsorgeeinheit Neckar-Baar die beiden Abiturienten in ihre Partnerdiözese Same in Tansania entsandt. Dort leisteten sie ihren einjährigen Freiwilligendienst bei den Little Sisters of St. Francis und den Brothers of Jesus the Good Shepherd.

So schwer es ihnen gefallen war, ihre altgewohnte Umgebung zu verlassen, so sehr wurde ihnen die neue mehr und mehr zum "anderen Zuhause". Wie sehr jedoch die alte Heimat noch im Herzen war, zeigte die spontane Freude an einer Dusche mit genügend heißem und kaltem Wasser oder auch an einem "guten deutschen Holzofenbrot", wie Regina in ihrem Abschlussbericht schreibt.

Der Freiwilligendienst, den sie ableisteten – einer von vielen möglichen in Deutschland – wurde getragen von der Seelsorgeeinheit, der Diözese Rottenburg und "weltwärts", einer Abteilung im deutschen Ministerium für Entwicklungshilfe. Zwar hatten auch die Freiwilligen einen Beitrag zu leisten, aber die finanzielle Unterstützung, die Organisation und die intensive Vorbereitung durch Seminare geschah durch Rottenburg, Köln und nicht zuletzt Schwenningen.

So konnten sich Regina und Joshua auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren: zuhören und lernen, zupacken und weiterlernen. Man sagt nicht zuviel, wenn man sie als "Botschafter" bezeichnet: Botschafter ihres Landes und ihrer Kultur, aber auch Botschafter für sich selbst. In ihren vielen Rundmails, die eher persönlich gehalten waren, und in ihrem Zwischen- und Abschlussbericht, die von Rottenburg und "weltwärts" gefordert werden, kommt immer wieder der Begriff "Offenheit gegenüber dem Fremden" vor. Wenn man offen ist, so schreibt Joshua, sei es gar nicht so schwer, sich an die andere Kultur und Mentalität zu gewöhnen, "verschiedenartige Verhaltensweisen zu akzeptieren und sich ihnen anzupassen". Einer der Gründe sei gewesen, dass die Menschen dort selbst offen waren.

Was die Arbeitsfelder angeht, ist vieles für die Freiwilligen möglich. Die Arbeit der Franziskanerinnen steht auf zwei Säulen: ihrem Behindertenzentrum für geistig und körperlich behinderte Kinder sowie einer weiterbildenden Schule mit Inklusion als einem wichtigen pädagogischen Prinzip. Hier, aber auch in Küche, Garten und Konvent kann eine Freiwillige ihren Dienst tun.

Regina hat sich im Laufe der Zeit für die Arbeit im "Hope Centre" entschieden. Die Zusammenarbeit mit den Kindern hat ihr viel Freude bereitet. Was die Einsatzstelle bei den "Brothers" angeht, gibt es auch bei ihr zwei Säulen: Einerseits kann der Freiwillige viele Arbeiten im handwerklichen Bereich erledigen, aber auch einiges im Bereich der St. Stephen’s School, einer weiterführenden Schule, leisten. Joshua fühlte sich hier wie dort wohl, und so kamen sogar einige Freundschaften zustande. Eine Idee von ihm ist es, dass sich zwischen Schülern von St. Stephen’s und seiner früheren Schule Brieffreundschaften bilden.

Vieles von dem, was Regina und Joshua erlebt haben, werden die, die Interesse an fremden Ländern wie Tansania haben, am 29. Oktober zu hören und zu sehen bekommen. Dann findet, wie in früheren Jahren, ein "Afrika-Abend" statt. Besonders junge Leute mit einer abgeschlossenen Schul- und/oder Berufsausbildung sind eingeladen. Einen männlichen Freiwilligen, der ab August 2017 in der Diözese Same ist, hat die Seelsorgeeinheit mit Marc Hirt aus Tuningen schon, eine weibliche bei den Franziskanerinnen, besonders bei den behinderten Kindern im "Hope Centre", dem Hoffnungs-Zentrum, ist noch frei. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich bei Norbert Sindram (Telefon 07720/3 33 18) oder bei Beate Noll im Pfarrbüro St. Franziskus, Telefon 07720/85 57 80, melden.

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