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Villingen-Schwenningen Nachts klingelt beim THW das Telefon

Alexander Gossweiler, vom 09.09.2010 09:37 Uhr
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Mit der Betonkettensäge müssen die Helfer des THW umgehen können. Foto: THW
Mit der Betonkettensäge müssen die Helfer des THW umgehen können. Foto: THW

Schwarzwald-Baar-Heuberg - "Als ich abends in den Nachrichten hörte, dass am Bodensee ein Flugzeug abgestürzt ist, wusste ich, es lohnt sich nicht mehr, ins Bett zu gehen", sagt Walter Ulrich. "Ich hab das Telefon genommen und unsere Leute angerufen."

Der gebürtige Trossinger ist Geschäftsführer des Technischen Hilfswerkes (THW) in Villingen-Schwenningen und zeichnet verantwortlich für 13 Ortsverbände von Bad Säckingen bis Radolfzell, die zum Geschäftsführerbereich Villingen-Schwenningen gehören. Das THW wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Das ist Anlass für eine große Feier in Tuttlingen, die an diesem Samstag, 11. September, veranstaltet wird. Dass Innenminister Thomas de Maiziére in Tuttlingen die Festrede hält, ist nicht selbstverständlich. Walter Ulrich führt es auf den Einfluss von Volker Kauder zurück, der den Innenminister für die Ansprache gewonnen habe.

1251 ehrenamtliche THW-Helfer in der Region - männliche und weibliche

1251 Männer und Frauen sind im Geschäftsführerbereich Villingen-Schwenningen bei den Ortsverbänden Donaueschingen, Konstanz, Laufenburg, Schramberg, Singen, Stockach, Trossingen, Tuttlingen, Villingen-Schwenningen, Waldshut, Bad Säckingen und Laufenburg ehrenamtliche Helfer. Sie müssen damit rechnen, nachts aus dem Schlaf geklingelt zu werden, um eine Unfallstelle auszuleuchten, Sturmschäden zu beseitigen, Dächer abzudichten oder, wie in Tuningen vor wenigen Tagen, verbrannten Müll mit dem Radlader auseinanderzuzupfen. "Es war halb eins, als das Trossinger THW gerufen wurde", berichtet der Geschäftsführer der Bundesanstalt. "Bei uns geht es um das Bergen, dann, wenn es schon fast zu spät ist", schildert Ulrich.

Größter Einsatz war Elbehochwasser im Jahr 2002

Die 1137 Männer und 114 Frauen, die ehrenamtlich beim THW mitarbeiten, sind berufstätig. Als in den Betrieben Kurzarbeit angesagt war, waren die THW-Helfer dort noch am ehesten zu entbehren, inzwischen sind die Auftragsbücher gefüllt und nicht immer ist es einfach für den Arbeitgeber, die Mitarbeiter zu entbehren. "Aber wir haben in unseren Verbänden noch keine Probleme", sagt Ulrich. Die Mitarbeiter des THW-Villingen-Schwenningen waren schon in Frankreich, Polen, beim Elbe-Hochwasser, in L’Aquila, beim Nato-Gipfel und in Indien,Einsatzkräfte aus Schramberg unterstützten in diesem Jahr nach großflächigen Überschwemmungen die polnische Feuerwehr bei den Pumparbeiten in Polen.

Der größte Einsatz in der Geschichte der Bundesanstalt war im Geschäftsführerbereich Villingen-Schwenningen beim Elbehochwasser im Jahr 2002. Als im Jahr 2006 tennisballgroße Hagelkörner in Villingen-Schwenningen und Trossingen fielen, deckte das Technische Hilfswerk mit 1000 Helfern die Dächer provisorisch ab. 2007 wurde Schnee von den Dächern im Kreis geräumt, nachdem die Eissporthalle in Bad Reichenhall eingestützt war.

Zuletzt war das THW in diesem August mit fünf Großpumpen und Helfern aus Offenburg bei der Kläranlage in Villingen-Schwenningen im Einsatz. Zum Zuleitungssammler musste eine Art "Bypass" gelegt werden.

 

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