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Villingen-Schwenningen Nach dem Einsatz an der Kläranlage wurde manchen schlecht

Alexander Gossweiler, vom 09.09.2010 09:37 Uhr
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Mit der Betonkettensäge müssen die Helfer des THW umgehen können. Foto: THW
Mit der Betonkettensäge müssen die Helfer des THW umgehen können. Foto: THW

Manchen Mitarbeitern ging es danach schlecht. "Dieser Geruch, wenn eine Kläranlage nicht funktioniert, ist unerträglich", schildert Ulrich. Anfang nächsten Jahres muss die gleiche Aktion noch mal durchgeführt werden. Psychologische Betreuung wird bei anderen Ereignissen manchmal notwendig. So zum Beispiel, als in diesem Jahr eine Frau nach einem Wildunfall beim Autobahndreieck Bad Dürrheim (A 81) aus ihrem Auto stieg und dann von einem anderen Fahrzeug überfahren wurde.

 

"Ein Helfer konnte den Anblick der toten Frau nicht ertragen", erzählt Sara Schönfelder-­Blondel. Sie ist eine von sieben hauptamtlichen Mitarbeitern des THW in Villingen-Schwenningen, das in der alten Polizeiwache in Schwenningen untergebracht ist. Das THW wird von anderen Behörden, wie zum Beispiel der Polizei oder auch der Feuerwehr, zur Hilfe gerufen. "Die Feuerwehr ist eine Schnelleinheit, wir sind langfristig im Einsatz", schildert Ulrich.

Auch schon in den USA im Einsatz gewesen

Wenn andere Staaten das Auswärtige Amt um Hilfe bitten, wie zum Beispiel Frankreich im Jahr 2000, als nach dem Orkan Lothar Sturmschäden beseitigt werden mussten und in den Jahren 2003 und 2004, als es dort Hochwasser gab, dann kommt das THW. Auch in Haiti und aktuell in Pakistan sind Einheiten des THW vor Ort, allerdings nicht aus Villingen-Schwenningen. "Einmal war das THW auch schon in den USA", berichtet BKA-Verbindungsoffizier Dirk Kremer, ebenfalls hauptamtlicher Mitarbeiter. Nach dem Hurrikan Katrina, der Verwüstungen in New Orleans hinterließ, benötigte sogar der amerikanische Staat deutsche Hilfe.

"Wenn es das Technische Hilfswerk nicht gäbe, müsste man es erfinden", sagt Walter Ulrich. Die Bundesanstalt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und wird mit Mitteln des Bundeshaushaltes versorgt. Ulrich verfügt über einen Etat von 500 000 Euro im Jahr. Ob das reicht? "Man muss sich strecken", sagt der Geschäftsführer. Die einzelnen Ortsverbände haben Spezialeinheiten, in Villingen-Schwenningen beispielsweise Führung und Kommunikation sowie Elektoversorgung.

"Es ist wie eine Familie", schildert Ulrich die Zusammenarbeit mit den einzelnen Ortsverbänden. Zwölf Fach- und 26 Bergungsgruppen sowie 13 technische Züge gibt es. Wünschenswertes müsse manchmal von Notwendigem getrennt werden. Aber gute Ausrüstung ist wichtig. Nachwuchsprobleme hat das THW Villingen-Schwenningen nicht, im Gegenteil, es gibt so viele Bewerber, dass nicht alle aufgenommen werden können. Kein Wunder, lernt man doch dort so interessante Dinge wie Seilbahn bauen, und die Zeltlager gleichen einem Abenteuerurlaub.

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