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Villingen-Schwenningen "Meine Mutter hatte Angst um mich"

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Der 18-jährige Villinger Marin Wiegand (ganz rechts im Bild) tauschte sich in der Türkei als Wahlbeobachter mit vielen Menschen aus. Foto: Wiegand Foto: Schwarzwälder-Bote

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Marvin Wiegand war letzte Woche als Wahlbeobachter der Parlamentswahlen in der Türkei. Die pro-kurdische Partei HDP hatte im Vorfeld der Neuwahlen einen internationalen Aufruf gestartet, dem um die 300 Beobachter gefolgt waren.

Von Natascha Kübler

VS-Villingen. Mit nur 18 Jahren ist Marvin Wiegand bei der Linken schon leidenschaftlich engagiert. Der junge Mann tritt bei der Landtagswahl im Wahlkreis Villingen-Schwenningen als Kandidat an. Doch nicht nur Lokalpolitik interessiert ihn – letzte Woche hat es ihn gemeinsam mit Parteigenossen bis in die Türkei verschlagen. Wiegand hierzu: "Es war eine günstige Gelegenheit, über die Region hinweg aktiv zu sein." Neben dem Ziel seiner Partei, bei den Wahlen für die kurdischen Gebiete eine Öffentlichkeit herzustellen, war es die Vernetzung mit den Menschen vor Ort, die ihn zu der Reise bewegt haben.

"Das ist kein Ausflug in die Schweiz"

Im Vorfeld der Reise bereitete er sich auf alle Eventualitäten vor: "Ich selbst wusste nicht, was mich erwartet. Ich habe mich darauf eingestellt, dass die Möglichkeit besteht, nicht zurückzukehren." Die Reaktionen seines Umfelds seien positiv gewesen, seine Freunde hätten sein Vorhaben respektiert. Seine Mutter sei aber natürlich ängstlich gewesen.

Er selbst hätte während der Reise nicht unbedingt Angst gehabt, denn seine Gruppe sei gut vorbereitet worden. "Man muss sich im Klaren darüber sein, dass so etwas kein Tagesausflug in die Schweiz ist." Dennoch nahm Marvin Wiegan die Risiken und die Ungewissheit in Kauf und reiste mit einer Delegation aus Baden-Württemberg in die türkische Provinz Diyarbakir. Neben seiner Gruppe seien um die 300 Wahlbeobachter aus Ländern wie Norwegen, Dänemark, Italien und England dort gewesen und dem Aufruf der türkischen Partei HDP gefolgt. Vor Ort hätte sie eine bedrückte Stimmung erwartet. Wiegand beschreibt die Situation vor Ort als kriegsähnlich. So sei seine Gruppe bei einer Straßensperre von Polizisten eine halbe Stunde zurückgehalten worden, nur um den Pass zu kontrollieren. Wiegang ist überzeugt, sie hätten Glück gehabt, dass es nicht mehr Stress gab.

Bei der eigentlichen Arbeit, der Wahlbeobachtung, seien sie zu Schulen gefahren und hätten hauptsächlich Präsenz gezeigt. Bei denen teilweise von Militär oder Polizei bewachten Schulen in denen gewählt wurde, seien sie natürlich aufgefallen.

"Es ist etwas anderes tatsächlich dort zu sein"

Ihre Anwesenheit sei aber positiv angekommen und die Menschen seien dankbar gewesen. Er sei jedoch schockiert gewesen, wie die Wahlen abliefen: "Man muss sich das mal vorstellen wie es wäre, wenn in Deutschland bei den Wahllokalen bewaffnete Männer stehen und einen einschüchtern." Er meint es sei für die Menschen vor Ort eine Wahl zwischen Frieden und Krieg. Zwar sehe man viel in den Medien über die Situation vor Ort, es sei aber etwas ganz anderes tatsächlich dort zu sein.

Auf die Frage ob er die Reise erneut mache würde, sagt er dennoch entschlossen: "Ja, jederzeit. Weil es unglaublich wichtig ist. Man kann den Leuten ein kleines Gefühl der Sicherheit geben."

 
 

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Cornelia Spitz

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