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Villingen-Schwenningen Katamorgana ist keine Fatamorgana

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Sogar akrobatisch: die Ballettnummern beim Ball der Katzenmusik. Fotos: Zimmermann Foto: Schwarzwälder-Bote

Man konnte seinen Augen nicht trauen, denn was sich auf der Bühne beim Katzenmusikball abspielte, war keine Fatamorgana, es war die pure Wirklichkeit.

VS-Villingen. So gesehen konnte zu Recht von einer "Katamorgana" gesprochen werden, und die Villinger ­Fasnet war orientalisch echt in der 1000 und ersten Nacht angekommen.

Schon bald stellte sich heraus, warum sich die Scheichs im Städtle die Klinke in die Hand gaben und es sich ein Fastnächtler-Tourismus in die Golfstaaten entwickelte. Für die gekaufte Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wurde ein Maskottchen gesucht. "Ein Katar für Katar, alles klar. Für den Katar investieren wir hier. Wir bezahlen gut, wir haben genug money", machte der Oberscheich (Henry Greif) deutlich. "Machhalla-bad, mach-halla-neu?", kein Problem wurde signalisiert.

Auch das Villinger Sicherheitskonzept überzeugte: "Ihr habt das beste, eine Mauer, ihr habt das Know How für Bau Miau (Romäusturm)".

Ins orientalische Flair ­bestens eingestimmt wurden die Besucher, darunter zahlreiche, die sich nach dem Ball-Motto eingekleidet hatten, sportlich und choreografisch perfekt von den ­Garden, zu Beginn von den Bambini, das Girly-Ballett, dem Damenballett und den Doppelzentnern vom Herrenballett.

Eigentlich sollten auch die jugendlichen jungen Herren haremsdamenmäßig anmutig über die Bühne gleiten, doch: Kerle in Frauenkleidern, das geht gar nicht, erklärten sie und heizten "Rock me heut Nacht" dem Publikum alpenrockermäßig zum Mitmachen ein.

Es muss einiges schief laufen im Städtle, wenn sich der Kater mit Überseekoffer aus dem Turm auf dem Weg zum Schwenninger Flughafen aufmacht und mit der nächsten Maschine in den Urlaub zum Scheich von Katar abhaut, wurde es von der Jugendkapelle der Harmonie inszeniert. Auf dem Basar wurde er sehr schnell von den Zuständen zu Hause eingeholt. "Stadthallen, frische Stadthallen, kleine Stadthallen, überflüssige Stadthallen, Jugendkulturzentren, innovative Jugendkulturzentren", schallt es ihm von den Marktschreiern entgegen.

Ob es ein Zufall war, dass der neue Narro-Zunftmeister als sein alter ego ebenfalls am Golf urlaubte und ihm über den Weg lief. Die Wiedersehensfreude wurde bald getrübt, denn verfolgt wurden beide vom Sonderbeauftragten der Stadt für das Fastnachtssicherheitskonzept, das besagt: Einführung eines Mindestabstands zwischen den Mäschgerle und höchstens zwei ­Reihen nebeneinander, vorwärts hüpfen wie beim Schwenninger Narrenmarsch, kein "Rosenmontagsumzug", weil mit übergroßen Wagen den Denkmalschutz störend und auch keine Bürgerwehr wegen umweltverschmutzenden Rossbollen. "Mir lassen uns die Fasnet nicht kaputt machen, waren sich beide einig und fanden beim Scheich offene Ohren. Sie sollen die Regie im Städtle haben, so der Scheich, und damit sie auch eine ganz besonders schöne Fasnet haben, bekam der auch zufällig mit seinen 40 Räubern eingeflogene städtische Oberscheich Ali Koubon sein Rückflugticket erst für Aschermittwoch ausgestellt.

Eine Nummer für sich waren die "Gassenhauer" mit Dominik Schaaf, Andreas Duffner und Thomas Streit. Da fuhren die (Kampf)Katzerollis ihre Krallen scharf aus und bauten ihren Frust an den gemeinderätlichen Unzulänglichkeiten ab. Aber auch Angenehmeres war zu entnehmen. "De Anselm wird’s schon richten", gab es Vertrauensvorschuss für den neuen Ober-Narro und stießen mit ihm auf der Bühne an.

Und zu denjenigen, die sich immer wieder Hüte überziehen, die nach Mottenkugeln riechen, sagten sie: "Trotzdem seh’ ich sie wunderschön", die alte Jungfere. "Klingeling da liegt ein Rollenmann", glossierten sie das Notfallkonzept "Ötzi 1584". "Ans Häs lässt er nicht mal das Rote Kreuz ran." Und über sich selbst sangen sie: Dolledeckel, mir sin scho vorruckte Seckel."

Es gab noch weitere passende und farbenfrohe Programmpunkte in der Neuen Tonhalle. Ruhrpottschnauzen oder nostalgische Haremsgespräche zwischen Scheich und Suleika (Schlude Brüder), wie sie nach "wilden Jahren" jetzt gemeinsam älter geworden sind. Übergangslos rund ging es nach dem Finale von der morgenländischen "Katamorgana" zur Villinger Straßenfasnet mit der Guggemusik Hättä Lila, ehe mit DJ Paul Schlagerfeld bis in die morgenländischen Stunden gefeiert werden konnte.

 
 

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