
Von Holger SchroederAm Ende nicht ganz zufrieden war Heinz Lieblein, der Team-Manager des Hansgrohe Teams Schwarzwald: Eigentlich hatten er und seine "Eisenmänner" um Daniel Unger und Steffen Justus sich den Meistertitel in der Triathlon-Bundesliga zum Ziel gesetzt. Am Ende wurde es nur der zweite Rang hinter Titelverteidiger EJOT Team Buschhütten – aber vor dem alten Erzrivalen ASICS Team Witten.
Dennoch gab es nach dem Abschluss-Wettkampf am bayrischen Schliersee keinen Grund für die Schramberger Trübsal zu blasen, denn Justus siegte beim Garmin Alpen-Triathlon mit neuer Rekordlaufzeit und sicherte sich so den Titel des Internationalen Deutschen Meisters. Lieblein: "Eine tolle Leistung von Steffen. Er hat sich den Titel redlich verdient."
Dabei war der Rucksack, den der frisch gebackene Vize-Weltmeister von Budapest zu tragen hatte, nicht leicht: "Nach dem Erfolg von Budapest war die Situation schon etwas neu und schwierig. Aber ich habe die Konzentration auf den Wettkampf sehr gut hinbekommen." Mit seiner Zeit von 1:59,54 Stunden verpasste Justus den Streckenrekord um nur 26 Sekunden. Die bergige Laufstrecke absolvierte er dafür in 32:29 Stunden – ein neuer Rekord über die anspruchsvolle Zehn-Kilometer-Distanz.
Steffen Justus stieg als 14. nach 18:04 Minuten aus dem 14 Grad "warmen" Wasser. Sein Rückstand auf den schnellsten Schwimmer, Maik Petzold (Buschhütten), betrug genau 14 Sekunden.
Auf der Radstrecke setzte sich Justus in einer größeren Gruppe mit den Mitfavoriten Petzold, Daniel Unger (Hansgrohe Team) und Nils Frommhold (Witten) ab. "Auf dem Rad habe ich dann gleich den Rückstand zugefahren, um gar nichts anbrennen zu lassen", berichtete der spätere Sieger. Ivan Vasiliev (Buschhütten) – ebenfalls in der Führungsgruppe – attackierte auf dem Schlussanstieg hinauf zum Spitzingsattel, wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder eingeholt. Von hier ab machte Steffen Justus das Tempo und dominierte das Rennen bis zum Ziel.
Geschenkt war der Sieg allerdings nicht. Teamkamerad Unger, der beim zweiten Wechsel nur zehn Sekunden hinter Justus lag, gab auf der Laufstrecke noch mal alles. "Ich wollte noch mal angreifen", verriet er nach dem Rennen. Mit seinem zweiten Platz war er sehr zufrieden und gönnte Justus den Sieg: "Er hat eine sehr gute Leistung gezeigt." Auch der Dritte Maik Petzold gestand ,dass Justus "der beste Athlet des Tages war".
Dass am Ende nur der Vizetitel mit der Mannschaft in der Bundesliga heraussprang, nahm Justus gelassen: "Im neuen Jahr nehmen wir einen neuen Anlauf." Das gleiche Ziel haben auch Justus’ Teamkollegen Unger (2.), Dave Matthews (9.), Christopher Hettich (14.) und Christian Löhner (46.), die ebenfalls den Wettkampf am Schliersee bestritten. Der Endstand in der Triathlon-Bundesliga: 1. EJOT Team Buschhüten 8,0 Punkte, 2. Hansgrohe Team Schwarzwald 13, 3. ASICS Team Witten 15, 4. Zeppelin Team OSC Potsdam 20, 5. Carboo4U Griesheim 26, 6. ALZ Sigmaringen 28, 7. PREKWINKEL Team TV Lemgo 39, 8. ASVU PV Triathlon Team Witten 40, 9. WMF BBK-Team AST Süßen 42, 10. StartNet Team DSW 12 Darmstadt 50, 11. Marathon Finanz AG-Kölner TT 01 53, 12. Hannover 96 59, 13. STIEBEL ELTRON TSV Obergünzburg 60.