Villingen-Schwenningen Hoffnung für Wirte in Färberstraße

Martina Zieglwalner, 20.02.2013 08:00 Uhr

Villingen-Schwenningen - Die Villinger Färberstraße als Flaniermeile mit zahlreichen Straßencafés, die Menschen in die Villinger Innenstadt locken: So wünscht es der Technische Ausschuss. Die Mehrheit sprach sich in der Sitzung gestern Abend gegen die geplante Beschränkung der Außenbewirtung aus.

Zwei Möglichkeiten eines rollierenden Systems unter den 16 Gastronomiebetrieben, die eine Freifläche einrichten können und auch wollen, stellte Bürgeramtsleiter Ralf Glück dem Gremium vor. Nach den seit 2008 laufenden Gesprächen mit Anwohnern, Arbeitskreissitzungen und Workshops sei die von der Verwaltung favorisierte Lösung das Modell, bei dem jeder Gastwirt alle drei Jahre zum Zuge kommt.

Dass das kein befriedigendes Konzept für alle Beteiligten ist, aber einen Kompromiss zwischen Gastwirten und Anwohnern darstelle, betonte Oberbürgermeister Rupert Kubon. Der Stein der Weisen sei in diesem Interessenkonflikt nicht zu finden.

Doch die meisten Gemeinderäte lehnten eine Reglementierung ab. Quer durch die Fraktionen lautete die Forderung, allen Gastronomen, die eine Außenbewirtung beantragen, die Konzession auch zu erteilen. Ob Werner Ettwein von den Freien Wählern, Edgar Schurr, SPD, oder Karin Huy, CDU, sie alle gingen auf die mit viel Geld umgestaltete Färberstraße und die damit verbundene Hoffnung ein, dass dass mehr Menschen in die Stadt bringt. Da mache es keinen Sinn, dies dann durch eine solche Regelung zu unterbinden. Zumal es in Villingen nicht an vielen Abenden möglich sei, tatsächlich im Freien zu sitzen.

Allerdings müsse die Stadt auf die Einhaltung der Sperrzeit unter der Woche bis 22 Uhr sowie freitags und samstags bis 23 Uhr achten. Und die Wirte seien in die Pflicht zu nehmen, die Fläche sauber zu halten. Lediglich Helga Baur, Bündnis 90/Die Grünen, sprach sich mit Blick auf die Ruhe der Anwohner für eine Beschränkung aus.

Die Verwaltung lege ihrer Entscheidung dieses Meinungsbild zugrunde, versicherte Kubon. Auch wenn das die mehrjährige Beratung überflüssig mache.

 
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Kommentare (2)
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FEB
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Jürgen Apel, 22:47 Uhr

Bitte mehr Anstand!

Typisch: (Fast) Jeder liebt es, durch belebte Innenstädte zu flanieren, aber bitte in Straßburg oder Paris. Nur Zuhause, da will ich zwar in der Stadt wohnen, mit allen Vorteilen, aber Abends sollte es bitte ein Aussiedlerhof sein. Jeder sagt: “Wegsperren, die Verbrecher”, aber keiner will ein Gefängnis in der Nähe. Jeder ruft nach mehr Kontrollen durch die Polizei - aber gefälligst nicht mich! Jeder will “sauberen” Strom (was auch immer das sein soll?), aber keiner wills bezahlen… Und dann noch über die Stadträte herziehen. Toll. Ist populistisch, aber eine Frechheit gegenüber jenen, die ihre Freizeit für die Einwohner opfern. Man darf und soll ja eigene Meinungen haben, aber da gehört zum einen Wissen dazu, zum anderen Anstand. Mir jedenfalls ist die “Klappe” eines/einer Ehrenamtlichen lieber, als das Gewäsch eines Beleidigten! Da ich selber beruflich bedingt über Jahre in (Innen-) Städten wie Paris, Kairo, Ankara usw. gelebt habe, weiß ich: nur der Lärm, den ich nicht akzeptiere, stört mich. Gott sei Dank, dass wenigstens der “Lärm” von Kindern bei uns inzwischen als Gottgegeben auch vom letzten Menschenhasser hingenommen werden muss!

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FEB
20
Bewohner von Villingen, 01:32 Uhr

Aussenbewirtschaftung

Typisch, Stadträte, die allesamt nicht in der Nähe von Gaststätten wohnen- Ettwein mit seiner Villa kann genau sowenig mitreden wie Schurr im Hummelholz. Den Abschuß aber bringt die Huy. Sie wohnt in der Roderstraße und arbeitet stundenweise im Büro des Münsterorganisten. Diese Leute müßten Mal im Sommer für an paar Tage zwangsumgesiedelt werden in die Färberstraße. Gäste in Villingen haben in den vier Hauptstraße genügend Aussenbewirtschaftung. Seltsam Ettwein und Huy haben ihren großen Mund bei der Frage nach dem zentralen Rathaus nicht aufgebracht. Sie folgten blindlings der Breuning. Jetzt haben sie aber eine große Klappe. Sie brauchen sich auch nicht ängstigen vor des Wählers Stimme. Huy bekommt die vom katholischen Volk, Ettwein von den Kunden und Schurr von den Kollegen.

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