Villingen-Schwenningen - Die Villinger Färberstraße als Flaniermeile mit zahlreichen Straßencafés, die Menschen in die Villinger Innenstadt locken: So wünscht es der Technische Ausschuss. Die Mehrheit sprach sich in der Sitzung gestern Abend gegen die geplante Beschränkung der Außenbewirtung aus.

Zwei Möglichkeiten eines rollierenden Systems unter den 16 Gastronomiebetrieben, die eine Freifläche einrichten können und auch wollen, stellte Bürgeramtsleiter Ralf Glück dem Gremium vor. Nach den seit 2008 laufenden Gesprächen mit Anwohnern, Arbeitskreissitzungen und Workshops sei die von der Verwaltung favorisierte Lösung das Modell, bei dem jeder Gastwirt alle drei Jahre zum Zuge kommt.

Dass das kein befriedigendes Konzept für alle Beteiligten ist, aber einen Kompromiss zwischen Gastwirten und Anwohnern darstelle, betonte Oberbürgermeister Rupert Kubon. Der Stein der Weisen sei in diesem Interessenkonflikt nicht zu finden.

Doch die meisten Gemeinderäte lehnten eine Reglementierung ab. Quer durch die Fraktionen lautete die Forderung, allen Gastronomen, die eine Außenbewirtung beantragen, die Konzession auch zu erteilen. Ob Werner Ettwein von den Freien Wählern, Edgar Schurr, SPD, oder Karin Huy, CDU, sie alle gingen auf die mit viel Geld umgestaltete Färberstraße und die damit verbundene Hoffnung ein, dass dass mehr Menschen in die Stadt bringt. Da mache es keinen Sinn, dies dann durch eine solche Regelung zu unterbinden. Zumal es in Villingen nicht an vielen Abenden möglich sei, tatsächlich im Freien zu sitzen.

Allerdings müsse die Stadt auf die Einhaltung der Sperrzeit unter der Woche bis 22 Uhr sowie freitags und samstags bis 23 Uhr achten. Und die Wirte seien in die Pflicht zu nehmen, die Fläche sauber zu halten. Lediglich Helga Baur, Bündnis 90/Die Grünen, sprach sich mit Blick auf die Ruhe der Anwohner für eine Beschränkung aus.

Die Verwaltung lege ihrer Entscheidung dieses Meinungsbild zugrunde, versicherte Kubon. Auch wenn das die mehrjährige Beratung überflüssig mache.