
Villingen-Schwenningen. Das Verständnis zwischen Behinderten und nicht behinderten Menschen zu stärken und weiter zu fördern: Das war das Anliegen des Aktionstags der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen (LAG Selbsthilfe)."Miteinander in der Vielfalt" lautete das Motto des Aktiontages für Menschen mit und ohne Behinderungen, der auf der Landesgartenschau stattfand. Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention wollte der Aktionstag einen Beitrag dazu leisten, dass die Vision einer "inklusiven Gesellschaft", in der Menschen mit und ohne Behinderungen gleichberechtigt zusammenleben, ein Stück weit persönlich erlebbar und erfahrbar wird. Unter der Schirmherrschaft des Landes-Behindertenbeauftragten, Staatssekretär Dieter Hillebrand, in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium und mit Unterstützung des Treffpunkts Baden-Württemberg präsentierten sich die Selbsthelfer in bestem Licht. "Mit dem Aktionstag gehen wir bewusst dorthin, wo Menschen mit und ohne Behinderungen vielfältige kulturelle Attraktionen und Kulinarisches gemeinsam erleben können. Entsprechend dem Motto der Landesgartenschau "Die Natur verbindet" können die Besucher über persönliche Begegnungen entdecken, dass ein Mensch letztlich nicht behindert ist, sondern durch gesellschaftliche Strukturen, räumliche Barrieren aber besonders auch durch Einstellungen behindert wird", so Hillebrand.
Und die Besucher der Gartenschau nahmen sowohl das Bühnenprogramm als auch die Informations- und Präsentationsstände, die viele Selbsthilfegruppen in der "Straße der Selbsthilfe" aufgebaut hatten, gerne an. "Ich freue mich, dass so viele Gartenschaubesucher Interesse an unserem Anliegen gezeigt haben", freut sich Frank Kissling von der LAG Selbsthilfe.
Besonders die gute Organisation und Unterstützung durch das Team des Treffpunkts Baden-Württemberg fand die Anerkennung der Selbsthelfer, denn das Bühnenprogramm wurde großteils von Menschen mit Einschränkungen bestritten und bedurfte einer besonders intensiven Planung und Koordination. "Wir konnten hier die Lebenswelten von behinderten Menschen einem breiten Publikum erlebbar und erfahrbar machen. Deshalb sind derartige Veranstaltungen so wichtig für das Zusammenleben", sagt Hermann Seimetz, Vorsitzender der LAG Selbsthilfe. "Ich bin überzeugt, dass durch die gemeinsame Begegnung und das Eintauchen von Nichtbetroffenen in Teile der Lebenswelt von Betroffenen das gegenseitige Verständnis wächst", so Seimetz weiter.
Die Gäste konnten eindrucksvolle Darbietungen bewundern, unter anderem Präsentationen dreier Blindenfußball-Nationalspieler vom deutschen Meister MTV Stuttgart, die Nachwuchssängerin Fabienne Bender, der mehrfachen Paralympics-Teilnehmerin und Medaillengewinnerin, Skifahrerin Andrea Rothfuß, sowie des mehrfachen Paralympic-Siegers, Weltmeisters und Weltranglisten-Ersten im Tischtennis, Jochen Wollmert. Mit dabei waren auch Rollstuhltänzer und Theatergruppen mit behinderten und nicht behinderten Schauspielern.