Villingen-Schwenningen Eine Stadt – ein Stromnetz
Schwarzwälder-Bote, 30.06.2012 00:50 UhrVon Uwe Klausner
VS-Obereschach/Pfaffenweiler. Die Stromnetze in Obereschach und Pfaffenweiler gehen ab dem morgigen Sonntag vom Energiedienst an die Stadtwerke über. Die SVS beliefern damit ab 1. Juli erstmals an die gesamte Stadt Energie. Hintergründe erläuterten die Beteiligten gestern bei einem Pressegespräch.
Vorneweg: "Für die Bürger und Betriebe ändert sich nichts", versicherte SVS-Geschäftsführer Ulrich Köngeter. Verträge bleiben bestehen. Kosten bleiben gleich. Sogar der Strom fließt weiterhin vom Energiedienst. Neu ist die Telefonnummer bei Fragen und im Störungsfall: 07721/40 50 44 44.
Und einen ersten Störungsfall, einen kleineren Kabelfehler im Niederspannungsnetz, gab es schon, ließ Kai-Uwe Huonker, Abteilungsleiter Technik der SVS, die Beteiligten wissen.
Über 100 Jahre lieferte das Kraftwerk Laufenburg, jetzt Energiedienst Holding, den Strom nach Pfaffenweiler und nach Obereschach. Nicht beklagen konnten sich über die Zusammenarbeit die beiden Ortsvorsteher Ortwin Nufer (Pfaffenweiler) und Klaus Martin (Obereschach). Sie hoben überdies hervor, dass der Wechsel reibungslos vonstatten gehe. Die Lösung sei sinnvoll, denn bereits für die Gas- und Trinkwassernetze sowie die Straßenbeleuchtung seien die Stadtwerke zuständig.
Mit einem lachenden und einem weinende Auge war Claus Eckerle von der Energiedienst Holding AG nach Villingen gekommen. Es sei klar, dass Kommunen ein Interesse hätten, alle Netze in ihrem Gebiet zusammenzubringen. Bereits 2004 ging Schwenningen von der EnBW an die SVS über. Jetzt konnten die noch fehlenden Stadtbezirke dazu kommen. Möglich geworden sei dies mit Vertragsende der Konzession zwischen der Stadt und dem Energiedienst. So beschlossen die Gremien den Kauf der 79 Kilometer langen Leitungen und allem, was an Technik dazu gehört. Über den Preis hüllten sich Köngeter und Eckerle aus Wettbewerbsgründen in Schweigen. Das Gesamtnetz wird um sechs bis sieben Prozent vergrößert.
"Die Kunden merken von dem Übergang nichts", sagte Klaus Gaßmann, Abteilungsleiter Netz bei den SVS. Freilich gab es einige technische Vorbereitungen, wie Verlegung neuer Kabel zwischen Villingen und den beiden Stadtbezirken sowie den Bau neuer Übergabemessungen.
Die physikalische Einbindung erfolge vom 2. bis 5. Juli, erklärte Gaßmann. In dieser Zeit komme es zu Unterbrechungen der Stromversorgung einzelner Aussiedlerhöfe. Die Bürger seien informiert. In den Kerngebieten gebe es keine Probleme. Und wenn doch, sei jetzt die Netzleitstelle in Villingen zuständig.


