Villingen-Schwenningen - Der erste Schneefall der Saison hat vor allem Auto- und Bahnfahrer gestern Morgen zu schaffen gemacht.

Im städtischen Forst sind Bäume unter der Schneelast umgeknickt. In der Zeit von 5.14 bis 9.30 Uhr ging gestern auf der Bahnstrecke zwischen Villingen und Schwenningen gar nichts mehr. Der Zug konnte wegen Schneebruchs nicht passieren. Die Bahn habe sich zwar um Ersatzbusse bemüht, so die Sprecherin der Bahn aus Stuttgart, aber witterungsbedingt keine Busse bekommen. Nicht ganz so schlimm war es auf der Strecke zwischen St. Georgen und Villingen. Es lagen zwar umgestürzte Bäume auf den Schienen, aber der Zugverkehr konnte einspurig erfolgen.

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Der städtische Forstamtsleiter Tobias Kühn verzeichnete rund 20 abgebrochene Bäume im Germans- und Neuhäuslewald. Vor allem Kiefern mit dünnen Stämmen, die am Wegesrand stehen, seien davon betroffen. Wenn morgen die Sonne scheine, entspanne sich die Lage, meinte Kühn, mahnte Spaziergänger und Jogger im Wald allerdings zur Vorsicht. "Durch die Niederschläge besteht die Gefahr von Schneebruch bei Bäumen. Die Bäume und deren Äste können die Last des sehr nassen und deshalb schweren Schnees oft nicht mehr tragen und plötzlich brechen."

Die Polizei hatte im gesamten Kreisgebiet allerhand zu tun. In Villingen-Schwenningen hielten sich die Einsätze in Grenzen. Vor allem am Nordbogen kam es am frühen Morgen witterungsbedingt zu langen Autoschlangen. Harry Hurtz, Pressesprecher der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen, rät den Autofahrern, die Scheiben frei zu kratzen, rechtzeitig loszufahren, Geduld mitzubringen und auch mal mit den Fehlern der anderen zu rechnen. Auf jeden Fall sollte im Vorfeld das Auto winterfest gemacht werden.

Die Mitarbeiter der Technischen Dienste der Stadt waren schon mitten in der Nacht unterwegs, um die Straßen frei zu bahnen. Insgesamt stehen 2000 Tonnen Streumaterial für diesen Winter zur Verfügung. Geräumt wird in der Regel zwischen 3 und 22 Uhr, so Pressesprecher Nikolas Lutterbach. Es stehen 74 Fahrzeuge für den Winterdienst zur Verfügung, inklusive denen der Lohnunternehmer.

Die genauen Kosten für den Winterdienst ließen sich erst im Nachhinein verifizieren. Aus den vergangenen drei Jahren, in denen Villingen-Schwenningen jeweils einen starken, milden und mittleren Winter mit den entsprechenden Schneemengen zu verzeichnen hatte, habe sich ein Durchschnittswert von 1,6 Millionen Euro pro Jahr ergeben. In den Ortschaften sind auch die Gemeindemitarbeiter beim Streuen und Räumen im Einsatz, als so genannte Fremdfahrer, auch Landwirte.