Villingen-Schwenningen - Der letzte Kreisel am Neuen Markt ist alles andere als LKW-Fahrer-freundlich. Das Problem ist seit Jahren bekannt, Pläne für eine Erweiterung des zu eng konzipierten Kreisels gibt es auch. Doch die scheiterten bislang am fehlenden Geld.

Der Problemkreisel an exponierter Stelle ist für Bürgermeister Rolf Fußhoeller seit Beginn seiner Amtszeit 1999 in Villingen-Schwenningen ein Thema. Als Fußhoeller nach VS kam, »waren die Planungen für das Baar-Center und die dazugehörigen Zufahrten bereits fix«, bekräftigte er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Für Pläne und Finanzierung des Kreisels sei der Investor des Einkaufszentrums verantwortlich gewesen, der Immobilien-Fonds Berlin. Damit, so sei dies damals im Vorfeld der Eröffnung im Jahr 2000 festgehalten, hätten die Berliner Investoren ihre Pflicht erfüllt »und konnten auch für keine Nachbesserungen mehr herangezogen werden«.

Dass der Kreisel zu eng geplant worden war, habe sich recht schnell herausgestellt, erinnert sich Fußhoeller. Über die exakte Größenordnung des Kreisels konnte er gestern jedoch nichts sagen. Beschwerden von Speditionen habe es in schöner Regelmäßigkeit gegeben. Ein Anruf bei ansässigen Speditionen auf Herdenen bestätigt dies. Lastwagenfahrer haben ihre Mühe, aus dem Industriegebiet heraus die Kurve zu bekommen.

Kleine Kreisverkehre, so liest man in diversen Portalen, haben einen Außendurchmesser von 26 bis 50 Metern, große Kreisverkehre einen von mehr als 40 Metern. Innerorts sollten Kreisel zwar einen Durchmesser von mindestens 26 bis 35 Metern haben. Doch auf die Größe allein komme es nicht an, so Julia Weiss, Pressesprecherin des Landratsamtes. Laut Straßenbauamt hängen die Maße auch von der täglichen Belastung der Straße und deren Bedeutung ab. Zudem gelte die Formel: Je kleiner der Kreisel, desto breiter müsse die zuführende Straße sein.

Das Problem am Neuen Markt ist seit zwölf Jahren bekannt. Doch noch kann niemand genau sagen, wann sich am Kreisel etwas tut. Und dies, obwohl seit Jahren Entwürfe für eine Erweiterung des Kreisverkehrs in der Schublade liegen. Die Kosten für eine Erweiterung werden auf gut 150 000 Euro geschätzt. »Bislang waren dafür keine Mittel vorhanden«, erläutert Fußhoeller. Andere Maßnahmen, wie die Entzerrung der Situation an der Kreuzung Wieselsbergstraße, wo noch über die Einrichtung einer Ampelanlage oder eines Kreisels diskutiert werde, haben für die Stadt Vorrang.