Villingen-Schwenningen - Nach der Festnahme des Präsidenten und des Stellvertreters einer in Villingen neu entstehenden, rockerähnlichen Gruppierung namens "Black Warriors" durch die Kriminalpolizei hoffen die Ermittler, dass sich die zeitweise angespannte Situation im Türstehermillieu in der Doppelstadt wieder etwas entspannt.

Dem 32-jährigen Kopf und Gründer der neuen Vereinigung, ein ehemaliges, führendes Mitglied der Black Jackets, werden Ausbeuterischer Menschenhandel, Zuhälterei und Förderung der Prostitution vorgeworfen. Sein 31-jähriger Vize steht im Verdacht einen lukrativen Handel mit illegalen Betäubungsmitteln betrieben zu haben. Jetzt sitzen beide in Haft.

Aufgrund der kriminalpolizeilichen Erkenntnisse erließ das Amtsgericht Villingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz Haftbefehle gegen die zwei.

Ins Visier der Ermittler gerieten die beiden Festgenommen im Herbst. Schnell stellte sich heraus, dass der angehende 31-jährige Vize-Chef mit Rauschgift handelte, und zu dessen Absatz ein gut funktionierendes Netzwerk aus Kurieren und Straßenhändlern aufgebaut hatte. Bereits im Oktober wurde einer seiner Transporteure nach einer Beschaffungsfahrt beim Grenzübertritt von Holland nach Deutschland von der Bundespolizei aus dem Verkehr gezogen und vorläufig festgenommen.

Der aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis stammende 24-jährige Drogenbote mit niederländischen Wurzeln hatte über 1,1 Kilogramm Marihuana bei sich, die für den hiesigen Markt bestimmt waren. Der Verkaufswert: Über 10.000 Euro.

Anfang Dezember klickten dann für den Drahtzieher selbst die Handschellen. Der mit einer Reizstoffsprühpistole bewaffnete wurde bei einem Polizeieinsatz am Nikolaustag, bei dem auch das Spezialeinsatzkommando und ein Mobiles Einsatzkommando eingebunden waren, zusammen mit sechs Komplizen festgenommen. Gegen ihn sowie zwei seiner Kuriere ergingen Haftbefehle. Die anderen vier, drei 17 bis 26 Jahre alte Männer sowie eine 20-jährige Frau, durften, nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und der Einleitung von Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz wieder nach Hause.

Die Kriminalbeamten fanden bei ihnen knapp 100 Gramm Kokain, 500 Gramm Haschisch sowie zwei Kilogramm Marihuana das sichergestellt. Der 32-Jährige hingegen hatte sich ein anderes Standbein ausgesucht und im Rotlichtmillieu Fuß gefasst. Er agierte dort als Zuhälter. Die Polizei weiß von mehreren weiblichen Internetbekanntschaften, die er zur Prostitution brachte. Es handelt sich um in Deutschland, zum Teil auch in der Doppelstadt wohnende Frauen im Alter zwischen 19 und 28 Jahren.

Mit der Inhaftierung der beiden ist die Arbeit der Kriminalpolizei nicht getan, sondern geht jetzt erst richtig los. Was die weiteren Ermittlungen noch alles an Tageslicht bringen, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass sich die neue Gruppierung mit dem Etablieren in der Doppelstadt in der nächsten Zeit schwer tut. Dem hat die Polizei einen Riegel vorgeschoben, sitzen doch die beiden führenden Köpfe derzeit in Haft.