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Villingen-Schwenningen Biber nagen sich das Tal zurecht

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Roland Brauner zeigt, wo der Biber den Ablauf des Weihers verstopft hat. Das Forstamt musste den Ablauf vor dem Biber mit einem Gitter schützen. Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder-Bote

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Der Biber, der lange ausgestorben war, ist wieder auf dem Vormarsch – auch in Villingen-Schweningen.

Villingen-Schwenningen. In Baden-Württemberg leben laut Landwirtschaftsminister Peter Hauk inzwischen 3500 Biber. Der Biber ist Europas größtes Nagetier und gestaltet sich den Lebensraum, ähnlich dem Mensch, nach seinen Bedürfnissen – und das bekommt man nun auch hier zu sehen.

Baut der Mensch ein Haus, gehen umfangreiche Planungen und vor allem ein Genehmigungsverfahren voraus. Der Biber, er gilt als begnadeter Landschaftsarchitekt, baut ohne Genehmigung, wobei er immer mal wieder mit Grundstückseigentümern, deren Grundstücke er unter Wasser setzt, in Konflikt gerät. Die einen lieben den Biber, die anderen würden ihm am liebsten den Pelz über die Ohren ziehen. Doch der europäische Biber zählt zu den international bedrohten Tierarten und ist durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt.

Wie fleißig der Biber werkelt, lässt sich sehr gut im Wieselsbachtal beobachten. Roland Brauner, Stellvertreter von Forstamtdirektor Tobias Kühn, unternimmt mit dem Schwarzwälder Boten einen aufschlussreichen Ausflug in das Wieselsbachtal. Kaum angekommen, glitzert auch schon die Wasseroberfläche: "Das war einmal ein schmaler Bach, durch das Anstauen des Wassers hat der Biber hier einen Teich angelegt", erklärt Brauner. Weiter geht es, vorbei an zahlreichen Teichen, die alle auf das Konto des Bibers gehen. Seit acht Jahren lebe der Biber im Wieselsbachtal und habe bis heute rund 50 Dämme in allen Größen angelegt, erläutert Brauner. Er schätze, dass zwei Biberfamilien im Wieselsbachtal leben, also etwa zehn Tiere, fährt er fort.

Woher die Biber zugewandert sind? "Das sind Bayern, die schaffen hier nach dem Gesetz ›Mia san mia‹." In einigen Teichen stehen blasse, tote Bäume und Brauner betont: "Die standen mal im Trockenen, durch das Anstauen des Bachs stehen sie im Wasser, was sie absterben lässt."

Dass der Biber beim Abholzen eine "Sanduhrtechnik" anwendet, sieht man an einer Birke, bei der er noch nicht ganz fertig geworden ist. "Kommt die Nacht, kommt der Biber, dann hat sich das auch mit der Birke erledigt", meint Brauner trocken. An Spuren im hohen Gras lässt sich ersehen, dass der Biber hierher abgenagte Äste, Zweige, und gefällte Bäume angeschleppt hat.

Jetzt fragt man sich, warum der Biber das Wasser anstaut, und Brauner erläutert: Der Eingang zum Wohnkessel des Bibers liegt immer unter dem Wasserspiegel, der Wohnkessel selbst liegt über Wasser, in Böschungen eingebaut. So kann der Biber sicher sein, dass feindliche Tiere nicht in seinen Wohnbau gelangen. Das erklärt auch die vielen Dammbauten, die dazu beitragen, einen Wasserstand über dem Eingang zum Wohnbau von möglichst 60 Zentimetern und einen sichernden Wasserbereich um die Burg herum zu gewährleisten.

Angekommen am Pfeiferlochweiher fragt Brauner: "Sehen Sie dort den Mönch?" Natürlich nicht und er erklärt, dass der Mönch das Abflussrohr ist, durch das Wasser abfließt. Natürlich habe dem Biber dieses Rohr nicht gefallen und er habe es zugestopft, schmunzelt Brauner. Also wurde das Forstamt tätig und richtete vor dem Rohr ein Gitter ein, das dem Biber den Zugang nun verwehrt. An vielen jungen Bäumen sieht man Wachstumshüllen: Aha, die sind wohl gegen Rehverbiss dort angebracht worden, lautet die Frage? Eigentlich eher für den Biber, dem junge Bäume mit zarter Rinde besonders gut schmecken.

Der Wieselsbach werde regelmäßig abgefahren, um zu schauen, wo der Biber fleißig war und wo das Forstamt Dämme sichern muss und eventuelle Beipässe anlegen müsse, damit das angestaute Wasser nicht über den Weg läuft, so Brauner.

Das Forstamt habe Minister Peter Hauk angeschrieben und erklärt, dass manchmal Probleme wegen des Bibers auftreten. Der Minister habe geantwortet, man solle zur Unterstützung das Bibermanagement anfordern, andererseits sehe er die Ansiedlung des Bibers als eine Bereicherung in der Natur an. Brauner berichtet, wie sehr sich der Biber daran gewöhnt habe, dass Menschen im Wieselsbachtal spazieren gehen. "Bei einer Führung habe ich gesehen, wie zwei Biber gemütlich im Wasser, auf dem Rücken liegend dümpelten und die Wanderer beobachteten. Auf seinen Hinweis, dass hier zwei Biber Rückenschwimmen praktizieren, haben die Wanderer gesagt: ›Wir sehen nichts‹", erzählt Brauner, aber er habe die zwei Biber sehr wohl gesehen.

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