Von Markus Diebold

VS-Schwenningen. Komplett oder in Einzelteilen – bei der Häsbörse der Schwenninger Narrenzunft in der Zunftstube war allerhand geboten. Aktive Hansel ließen sich das Rüschenlegen und Nähen zeigen.Dreh und Angelpunkt war am frühen Samstagabend die gute Zunftstube der Schwenninger Narrenzunft. Während sich die Hansel in der Turnhalle schräg gegenüber tummelten, waren in der Zunftstube schon die ersten Anbieter der Häsbörse damit beschäftigt ihre Waren auszubreiten.

Zum Teil komplette Häser waren im Angebot, vorwiegend Kinderhäs, das zu klein geworden ist, aber auch andere Hästeile, kleine Schantle Schellen und vielerlei mehr. Alles was der Narr so brauchen kann, um auf die Fasnet zu gehen.

Anbieter und Interessierte fanden meist schnell zusammen, denn gerade das Häs für Kinder ist immer sehr begehrt. Auch das Hanselvater-Team mit Jörg Schlenker, Florian Radlinger und Rolf Schrenk stand parat, um den Verkäufern und Käufern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Während sich im hinteren Teil der Zunftstube die Häsbörse abspielte, waren es im vorderen Teil mehr die Rüschennäher und ihre "Lehrmeister". Was so ein stattlicher Hansel ist, hat eine schöne Rüsche um den Hals. Doch dass diese so aussieht, wie sie am Hansel wirken muss, hat eine längere Vorbereitungsphase. Frisch gewaschen, gestärkt und gefältelt bekommen die Hansel ihre Rüschen zurück. Dann geht es daran, die rund sieben Meter lange Stoffbahn erst einmal zu bändigen. Für jemand, der es noch nie gemacht hat, und ganz alleine zu Hause ist, eigentlich undenkbar.

Stirnrunzeln und Schweißperlen auf der Stirn sind programmiert. Doch jedem Hansel kann geholfen werden. Mit der richtigen Anweisung, der perfekten Ausrüstung und ein klein wenig Übung ist aus der ehemals langen Stoffbahn im Nu eine hübsche Rüsche geworden.

Unter der fachkundigen Anleitung von Max und Marie Glass, Susan Hirt und Charlotte Haas und weiteren Narrenzunftmitgliedern hatten auch die Neu-Hansele schnell den Kniff mit dem Rüschenlegebrett heraus.

Wenn die Falten erst einmal im Brett liegen, beginnt der Kampf mit Nadel und Faden. Zuerst muss der Bändel, der später zum Zusammenbinden um den Hals benötigt wird, hineingenäht werden. Auch dazu braucht es neben Kraft auch ein bisschen Geschick und das ein oder andere Hilfsmittel.

Wenn dieser Schritt geschafft ist, kommt die Rüsche aus dem Legebrett heraus und dann müssen noch von Hand die "Tüten" zusammengenäht werden. Wenn die alle genäht sind, kann der Hansel auf die Gass’. Einige Rüschen entstanden so am Samstagabend unter der fachkundigen Anleitung, während die anderen Mitglieder mit einem Getränk auf die kommenden Fastnachtstage anstießen.