Villingen-Schwenningen Arbeit als Quelle von Anerkennung
Schwarzwälder-Bote, 04.05.2012 20:03 Uhr
Das "Arbeit inklusive"-Team mit Christian Neidhart (von links): Patricia Lipp, Franz Walter, Barbara Reichstein, Jörg Munk, Erika Walter, Achim Leibach und Marlies Müller. Foto: KlebitzFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Julia Klebitz
Villingen-Schwenningen. Sie ist eine besondere Werkstatt für besondere Menschen: die Einrichtung "Arbeit inklusive" in der Villinger Pontalierstraße. Mit Unterstützung des Schwarzwald-Baar-Kreises bereitet die St.-Gallus-Hilfe Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung auf den Arbeitsmarkt vor. Mitarbeiter und Interessierte eröffneten die Einrichtung gestern offiziell mit einem Tag der offenen Tür.
Arbeit sei bei weitem mehr als nur eine Maßnahme, um den Lebensunterhalt zu sichern, betonte Holger Ludwig vom Reha-Team der Agentur für Arbeit. "Sie ist die Quelle gesellschaftlicher Anerkennung". Diese Wertschätzung wollen die St.-Gallus-Hilfe, die Agentur für Arbeit und der Schwarzwald-Baar-Kreis mit dem Projekt "Arbeit inklusive" erreichen.
Sei einem Jahr bereitet das Team der St.-Gallus-Hilfe deshalb behinderte Menschen auf das Berufsleben vor. Es gibt Schulungen in den Räumen in der Pontalierstraße, organisiert Praktika und betreut die Projektteilnehmer später am Arbeitsplatz. Immer mit dem Ziel vor Augen, die derzeit 17 Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern und ihnen so ein Leben in Selbstbestimmung und Würde zu ermöglichen.
Bei Christian Neidhart ist das bereits gelungen. "Ich habe über die Werkstatt eine Arbeit bekommen", erzählt er. Der behinderte junge Mann hilft seit einem halben Jahr in der Tafel, räumt Regale ein und nimmt Waren in Empfang. Die Betätigung macht ihm Spaß. Vor allem auch die Zusammenarbeit von Behinderten und nicht behinderten Menschen.
Auf dieses Miteinander legt die St.-Gallus-Hilfe großen Wert. Sie hat ein Netzwerk aufgebaut mit regionalen Betrieben. Großküchen, Getränkemärkte oder Einzelhandelsgeschäfte etwa sind darunter. Über diesen Zusammschluss sollen den Behinderten Praktika ermöglicht werden, die später vielleicht zu einer Festanstellung führen. "Auch für den Kreis entsteht so ein Mehrwert", sagt Sozialdezernent Jürgen Stach.


