Villingen-Schwenningen. Aus allen Ecken schälten sich die Albvereinler aus dem dichten Nebel. Ziel war der Pilgersaal der Claretiner auf dem Dreifaltigkeitsberg hoch über Spaichingen.

Seit mehr als 30 Jahren ist es beim Heuberg-Baar-Gau Brauch, das Wanderjahr oben auf dem Berg in einer festlichen Veranstaltung zu eröffnen. Mit Freude hieß Stefan Schrode, designierter Vorsitzender der Ortsgruppe Spaichingen, weit mehr als 200 Teilnehmer in den aus allen Nähten platzenden Saal willkommen.

Superior Pater Stephen Michael als Hausherr fand viele Gemeinsamkeiten zwischen den Heiligen Drei Königen und den anwesenden Wanderern. "Wandernd unterwegs zu sein, weckt die Kräfte des Herzens", so Pater Michael in seiner Begrüßung. Bürgermeister Hans-Georg Schumacher hob den schonenden Umgang mit den zur Verfügung stehenden Naturressourcen hervor. Hier fühle er sich mit dem Albvereinlern verbunden und mahnte diese an ihren Idealen festzuhalten.

Der Gauvorsitzende Fritz W. Lang nannte den Dreifaltigkeitsberg einen Kraftort, einen ehemals keltischen Kultplatz und seit 1415 ein Ort vom Wort Gottes getragen. Nicht umsonst treffen hier oben vier Fernwanderwege zusammen.

"Zu Fuß gehen, ist wieder modern geworden" so Lang. Man müsse ja nicht gleich von Persien ähnlich der drei Weisen nach Palästina gehen. Zu Fuß gehen sei nicht nur gesund, sondern auch schlau. Es fördere die Hirndurchblutung und den Hirnstoffwechsel. Hinzu komme, dass wir uns nicht in Kunsträumen bewegen und die Welt nicht in Glasscheiben und Bildschirmen betrachten.

Nach wie vor betrachtet Lang jedoch das Verhältnis der Jugend zum Wandern als ein Problem. Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit vor ihrem Computer und vernachlässigen dabei ihren Bewegungsapparat. Die Zahl der übergewichtigen Kinder hätte sich in den vergangen 20 Jahren verfünffacht. Er bat darum, dass sich alle künftig stärker den gestressten Menschen, und benachteiligten Jugendlichen zuwenden, sie zum Wandern motivieren, damit diese in froher Gemeinschaft wieder Kraft und Vertrauen finden.

Mit Weihnachtsliedern sang sich die Gregorianik-Schola des Spaichinger Kirchenchores, als Sternsingergruppe in farbenprächtigen Gewänder gekleidet, unter der Leitung von Georg Fehrenbacher in die Herzen der Albvereinler.

Einen zusätzlichen Farbtupfer setzte die Villinger Stubenmusik mit ihren Weisen zum Mitsingen.