Villingen-Schwenningen AfD: Passanten fühlen sich eingeschüchtert

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"Massiv gestört und eingeschüchtert" fühlten sich Passanten in Schwenningen durch das Auftreten der AfD. Foto: Preuß

Villingen-Schwenningen - Nicht nur ein älteres Ehepaar war verstört und sah sich am Samstag "an ganz böse Zeiten erinnert". Das Benehmen von AfD-Leuten vor den Ständen der Parteien in Schwenningen empfanden Politiker wie Passanten teils "verstörend und dominant".

Die Vorgänge vom Samstag beschäftigen die Bündnisgrüne Stadträtin Helga Baur auch noch am Wochenanfang. Wie berichtet, kam es zwischen AfD und Antifaschisten zu einer hitzigen Auseinandersetzung. "Mit der Antifa gab es schon immer Probleme", stellt sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten fest: "Wir sind sicher nicht deren Freunde. Doch die AfD hat sich furchtbar benommen. Da kann man sich gut vorstellen, dass es Ärger gab", berichtet Baur, die den Info-Stand ihrer Partei mitbetreute. "Die sind vor unserem Stand hin und her gelaufen, haben Leute belästigt und Gespräche gestört." Auch Passanten, erwähnt sie, seien eingeschüchtert gewesen und haben sich an "Szenen aus dem Dritten Reich erinnert gefühlt". Die Grüne setzt noch eins drauf: "So etwas habe ich in 25 Jahren Wahlkampf noch nicht erlebt."

Erich Bißwurm kann sich in punkto Störungen bislang dagegen entspannt zurücklehnen: "Wir Freien Wähler haben so etwas noch nie erlebt." Zu dem Gerangel zwischen AfD und Antifa möchte er nicht allzuviel sagen: "Da will ich für keinen die Hand ins Feuer legen." Für Renate Breuning, die am Samstag selbst nicht vor Ort war, ist der Aggressor schnell ausgemacht: "Für die Antifa ist es ein Glücksfall, dass es die AfD gibt, so können die sich immer wieder produzieren, das sage ich aus Erfahrung heraus." Die CDU-Politikerin hat an Info-Ständen schon Beschimpfungen erlebt, "aber nie eine solche Aggression". "Jeder, der gewalttätige Angriffe lanciert, ist schuldig."

"Provokationen, betont forsches Auftreten, Grenzen testen....alles schon mal gewesen", erinnert sich Lokalpolit-Urgestein Edgar Schurr an Zeiten, "als die NPD noch stark hier vertreten war". Und im Übrigen habe es auch mit den Antifa-Leuten immer wieder Probleme gegeben. "Sicher, die AfD-Leute sehen sich im Aufwind, treten forsch und selbstbewusst auf und sind sehr dominant auf die Leute zugegangen", betont der Sozialdemokrat. "Das war wirklich teils grenzwertig, aber man darf sich eben nicht provozieren lassen."

Für Jan Christoph Uhl ist Baurs Darstellung nichts anderes als "reine Stimmungsmache". Von massiven Störungen habe er nichts mitbekommen, "dafür sind wir beleidigt und beschimpft worden". Wenn "wir Veranstaltungen haben", entgegenet er, "sind es doch die Grünen, die unsere Leute belästigen und stören". Da "sind wir mal gespannt, wie sich das alles weiter entwickelt". Diesen Satz hörte man gestern nicht nur von Uhl.

Polizei: Fall bislang "einmalig"

Bislang "einmalig" nennt das Polizeipräsidium die Vorkommnisse vom Samstag vor Wahlen mit Blick auf die letzten Jahre. Bislang liegen Anzeigen gegen die Antifa wegen Beleidigung vor. Die Ermittlungen laufen noch.

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