Villingen-Schwenningen Abschied vom Markuszentrum

Schwarzwälder-Bote, 19.04.2012 22:01 Uhr

VS-Schwenningen. Abschied nehmen heißt es am Sonntag, 22. April, vom evangelischen Markuszentrum im Rinelen-Gebiet.

Das Gebäude wird in den nächsten Monaten zur Einsatz- und Verwaltungszentrale der Diakoniestation Villingen-Schwenningen umgebaut (wir berichteten).

Der Abschiedsgottesdienst für die gesamte evangelische Kirchengemeinde beginnt um 10 Uhr. Er wird gemeinsam von Pfarrer Andreas Borchardt, Pfarrerin Märit Kaasch und Pfarrer Markus A. Grapke gestaltet. Musikalisch wirken der Posaunenchor des CVJM Schwenningen sowie Organistin Tatjana Winnik mit, außerdem sind am Gottesdienst erwachsene und jugendliche Mitarbeitende beteiligt, die ihre persönlichen Erinnerungen ans Markuszentrum wie auch ihre Wünsche und Hoffnung Richtung Zukunft einbringen werden.

An diesem Sonntag sind in der Stadtkirche, Pauluskirche und Johanneskirche keine Gottesdienste. Im Anschluss sind alle zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen, um in offener Runde und guten Gesprächen von der vierten Schwenninger Teilgemeinde, dem Bezirk Markuszentrum, Abschied zu nehmen.

Der bisherige Bezirk Markuszentrum wird künftig der Stadtkirche zugeordnet sein. Andreas Borchardt bleibt der zuständige Pfarrer, sein Pfarramt wird bis zu einer generellen Neuregelung der Pfarrbezirksgrenzen im Jahr 2013 die Bezeichnung Stadtkirche III tragen. Damit kehrt eine historische Entwicklung sozusagen wieder an ihren Ausgangspunkt zurück, 1956 wurde dieser Bezirk nämlich von Stadtkirche II getrennt und trug mit Pfarrer Max Jonischkeit als Stelleninhaber wenige Monate schon einmal die Bezeichnung Stadtkirche III. Mit dem Einweihungsgottesdienst der Markuskirche im Alten Friedhof am 2. Dezember 1956 wurde der Markusbezirk zur eigenen Teilgemeinde für den Norden Schwenningens innerhalb der Kirchengemeinde. Zusätzlich zum Markuskirchle, der früheren Friedhofskapelle, bekam diese am 29. Oktober 1972 ein eigenes Gemeindezentrum mit Gottesdienstraum, das Rinelenzentrum, für den damals jungen Schwenninger Stadtteil. Pfarrer Bernhard Pfleiderer, der als Nachfolger Jonischkeits seit 1966 im Ludwig-Richter-Haus gewohnt hatte, konnte mit seiner Familie die neue Pfarrwohnung im Rinelenzentrum beziehen.

Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich ein reges Gemeindeleben für alle Generationen im Rinelenzentrum, für viele Menschen wird das Gebäude deshalb auch weiter ein Stück kirchlicher Heimat symbolisieren.

Gemeindepfarrer waren in späteren Jahren Harri Wunderlich von 1985 bis 1995 und ab 1996 Andreas Borchardt. Nachdem Borchardt 2002 Jugendpfarrer geworden war, siedelten sich im Rinelenzentrum als Jugendkirche der Kirchengemeinde schwerpunktmäßig die Evangelische Junge Gemeinde und die VCP Pfadfindergruppe an.

Einen ersten Abschied gab es im Jahr 2004, als die Kirchengemeinde aus finanziellen Gründen die Markuskirche an die Stadt als Eigentümerin zurückgeben musste und am 31. Oktober dort den letzten Gottesdienst feierte. Die Kapelle ist inzwischen von der Christengemeinschaft gepachtet und als Sophienkirche renoviert bezogen worden.

Nun gehen am Sonntag 56 Jahre Markusgemeinde und 40 Jahre Rinelen/Markuszentrum zu Ende. Neue Heimat für die bisherigen Markus-Gemeindeglieder werden an erster Stelle die Stadtkirche und Muslenzentrum sein, für die Kinder und Jugendlichen die in der Johanneskirche entstehende neue Jugendkirche.

 
 
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