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Villingen-Schwenningen 20 Mal nachts auf die Toilette

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Daniela Schultz-Lampel und Alexander Lampel laden zu einer Vortragsveranstaltung am 16. September in das Schwarzwald-Baar-Klinikum ein. Foto: Schück Foto: Schwarzwälder-Bote

Eine Leben ohne Toilette in der Nähe ist für sie nicht denkbarr: Betroffene leiden unter quälendem Harndrang. Helfen kann ihnen das Zentrum für Interstitielle Cystitis (ICA) und Beckenschmerz in Europa.

Schwarzwald -Baar -Kreis . Dieses Zentrum wird demnächst am Schwarzwald-Baar-Klinikum durch die Interstitial Cystitis Association Deutschand zertifiziert werden. Betroffen von der Krankheit sind überwiegend Frauen, oftmals jüngere, "und sogar Kinder", berichtet Daniela Schultz-Lampel, die Direktorin des Kontinenzzentrums Südwest. Sie müssen innerhalb von zehn Minuten fünf mal auf die Toilette, 20 mal oder öfter in der Nacht, ohne wirklich Wasser lassen zu können. Begleitet werden die Symptome von quälenden Beckenschmerzen. "Entscheidend ist, dass die Betroffenen keine Lebensqualität haben, sie richten ihr Leben nach der Toilette aus ", sagt Alexander Lampel, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie. "Interstitielle Cystitis, das ist ein Schmerz, der auf die Blase begrenzt ist", erklärt Daniela Schultz-Lampel. Die Ursache der Krankheit sind wahrscheinlich Autoimmunerkrankungen oder allergische Reaktionen. Die Blasenschleimhaut ist geschädigt, und reizende Substanzen aus dem Urin lösen Drang und Schmerz aus. "Der Endpunkt ist, dass nichts mehr in die Blase hineinpasst".

Je früher die Krankheit entdeckt wird, desto höher die Chance, dass es Möglichkeiten gibt, etwas dagegen zu tun. Diese reichen von der Blasen-Roll-Kur bis zur Ersatz-Blase, wobei auch der Harnleiter entfernt wird. Bei der "Stiftung Beckenschmerz erhalten die Betroffenen die Möglichkeit, sich zu informieren", erklärt Alexander Lampel. "Wir wurden angesprochen, ob wir nicht das erste europäische Zentrum für Interstitielle Cystitis und Beckenschmerz in Europa werden wollen", berichtet Alexander Lampel stolz. Diese Zertifizierung findet nun im Rahmen eines Seminars am 16. September von 14 bis 17 Uhr im Schwarzwald-Baar-Klinikum statt. Experten werden dabei über aktuelle Diagnostik und Therapiemöglichkeiten informieren. Es geht um Fragen der Selbsthilfe. Außerdem ist eine offene Sprechstunde mit Experten vorgesehen.

Zirka 25 000 Patienten in Deutschland gibt es, weiß Daniela Schultz-Lampel. Die geschätzte Dunkelziffer liege allerdings höher. "Das seltene Krankheitsbild ist nicht so häufig bei niedergelassenen Ärzten". Bisher werden die Medikamente, wie zum Beispiel eine Rollkur, nicht von den Krankenkassen bezahlt. Das wird sich mit der Einrichtung des neuen Zentrums vermutlich ändern.

Als Therapiemöglichkeit kommt auch die Emda-Therapie in Frage: "Mithilfeeines elektrischen Feldes wird eine Kombination von Medikamenten in die Blasenwand eingebracht: Ein Elektrodenkatheder wird durch die Harnröhre in die Blase eingeführt." Auch die Botoxtherapie kommt zwar in Frage, sie helfe aber bei ICA-Patienten nicht. Vielen Patienten könne man die künstliche Blase ersparen. "Die Krankheit ist selten und schwierig zu diagnostizieren", so Alexander Lampel. Begleitet werden kann ICA von anderen Krankheiten, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Fibromyalgie und Reizdarmproblematik.

Ausgeschlossen werden müssen andere Ursachen mit gleichen Symptomen, wie zum Beispiel chronische Blasenentzündung und ein Blasenkarzinom, bevor ICA diagnostiziert werden kann.

Weitere Informationen: Anmeldung für die Veranstaltung am 16. September, 14 bis 17 Uhr, im Schwarzwald-Baar-Klinikum bei ICA-Deutschland, Telefon 0163/90 84 49 3.

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