VfB-Training Mit Haken, Ösen und dem Ball
bel, 22.02.2012 18:28 UhrStuttgart – Das Spiel ohne Ball ist im modernen Fußball ein entscheidender Faktor, auch das Spiel gegen den Ball wird immer wichtiger. In der Trainingseinheit am Mittwochnachmittag stand beim VfB aber mal wieder das Spiel mit dem Ball im Vordergrund. Das ging schon beim Aufwärmen los. Das Aufwärmprogramm übernahm nicht wie üblich Konditionstrainer Christos Papadopoulos, sondern Co-Trainer Eddy Sözer.
Er ließ die Profis erst mal die Grundlagen wiederholen. Schnelle Richtungsänderungen, auf den Ball stehen, jonglieren. Das alles auf engem Raum und mit Ball. Nur bei lustigen Übungen zur Auflockerung der Stimmung war der Ball nicht im Spiel. So sprangen die Spieler pärchenweise hoch, Brust gegen Brust. Oder spielten Fangen, wieder pärchenweise, diesmal Hand in Hand. Dabei sichtlich gut gelaunt: Timo Gebhart. Nach seinem Bündelriss im Bauchmuskel, den er sich in der letzten Trainingseinheit vor dem Rückrundenstart zugezogen hatte, durfte er endlich wieder im Mannschaftstraining mitmischen.
Da geht auch mal was kaputt
Nach dem Vorgeplänkel ging es richtig zur Sache. Die Tore wurde ganz nah an einander ran gerückt, keine zehn Meter. Und dann hieß es: Eins gegen eins, durchsetzen und abschließen. Im Spiel muss der Ball erst mal in die torgefährliche Zone gebracht werden. Im Training übernahmen die Torhüter diese Aufgabe. So bald ein Schuss ins Tor oder neben das Tor ging, geblockt oder pariert wurde, brachten die Keeper einen neuen Ball sofort wieder ins Spiel. Es kam also zu einem Zweikampf und einem Torschuss nach dem anderen. Eine Übung mit Haken und Ösen.
Die Profis beharkten sich nicht nur im Dauerzweikampf, sie mussten auch ordentlich anpacken. Und zwar die Tore. Diese rückten im Verlauf des Trainings immer weiter auseinander. Mehr Platz gab es deshalb nicht. Denn mit dem Abstand der Tore nahm auch die Anzahl der Spieler zu. In der letzten Übung standen sich dann auf beiden Seiten jeweils fünf Profis gegenüber, jeweils vier Spieler dienten zusätzlich am Spielfeldrand als bewegliche Banden. Das Spiel endete 15:0 für die Mannschaft in orange. Klingt deutlich, war es auch. Aber nicht ganz so deutlich wie es klingt. Denn Treffer, die mit Bande, also direkt vorbereitet wurden, zählten doppelt.
Dass sich Profis beim Spiel mit dem Ball nichts schenken, konnte man deutlich an den Leibchen erkennen. Mamadou Bah war nicht der einzige, der sein zerrissenes Shirt nach dem Training entsorgen musste. Tja, so ist das: Wenn Männer mit dem Ball spielen, geht auch mal was kaputt.




