VfB Stuttgart Reservist Cacau glaubt an seine EM-Chance
Dirk Preiß, 20.04.2012 15:35 Uhr
CacauFoto: dpa
Stuttgart - Die Rückrunde der Fußball-Bundesliga hat sich für den VfB Stuttgart zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt. Doch nicht alle profitieren von der neuen Klasse der Roten. Bestes Beispiel: Cacau.
Der Stürmer ist Nationalspieler, hat den Anspruch, zum Stammpersonal zu gehören, und seine Ausgangslage im Kampf um die Plätze im deutschen EM-Kader wollte er eigentlich auch verbessern. Doch die Bilanz des gebürtigen Brasilianers in den vergangenen 14 Spielen deckt sich damit ganz und gar nicht. Nur viermal durfte Cacau in der Startelf ran, neunmal wurde er eingewechselt, einmal war er gesperrt, und mehr als zwei Treffer waren nicht drin bei seinen meist recht kurzen Einsätzen. „Die anderen machen es derzeit einfach sehr gut“, sagt Bruno Labbadia, „da gibt es eben immer Leidtragende.“
Immerhin: Der VfB-Trainer hat auch noch ein Lob für den Stürmer parat: „Cacau geht sehr professionell mit der Situation um.“ Soll heißen: Er lässt sich nicht hängen. Aber das kann er sich auch gar nicht leisten. Will er das Ticket zur Europameisterschaft tatsächlich lösen, gilt es, die knapp bemessene Zeit auf dem Feld bestmöglich zu nutzen. „Ich muss in jeder Situation bereit sein“, weiß der Angreifer, der bereits bei der WM 2010 in Südafrika Teil der deutschen Nationalmannschaft war. Was er auch weiß: was dafür nötig ist. „Es bringt überhaupt nichts, sauer zu sein.“
Das ist das eine. Viel wichtiger ist für Cacau in der aktuellen Situation aber etwas anderes: sein Glauben an die eigene Stärke. „Das Einzige, was nicht passieren darf, ist, dass ich an mir zweifle.“ Wobei dem 31-Jährigen seine Erfahrung hilft. Mit einem Schuss Gelassenheit erklärt er: „Solche Situationen gab es auch früher schon.“ Und: „Ins Spiel kommen und gleich da zu sein – das muss ich nicht üben.“
In den verbleibenden drei Bundesligaspielen wird sich Cacaus Lage nicht groß verändern. Dass er zur Untätigkeit verdammt ist und andere Stürmer, etwa Mike Hanke oder Patrick Helmes, glänzen, macht ihn dennoch nicht nervös. „Ich schaue nicht auf andere, das wäre verschwendete Energie.“ Zumal nicht nur er selbst an die EM-Chance glaubt. Bruno Labbadia nämlich sagt: „Cacau hat gute Möglichkeiten, dabei zu sein.“



