VfB Stuttgart Didavi versüßt dem VfB den Start

Dirk Preiß, 03.07.2012 11:01 Uhr

Stuttgart - Wenn Bruno Labbadia, der VfB-Trainer, mal ins Reden kommt, dann ist er oft nur schwer zu stoppen. Das weiß auch Fredi Bobic – also hakte der Sportdirektor lieber ein. Schließlich wollte er ja auch was loswerden. Und zwar Erfreuliches.

Diese Möglichkeit hatte Bobic in den vergangenen Wochen nicht allzu oft. Stattdessen musste er erst die Abgänge einiger Spieler vermelden, dann immer wieder den Sparkurs des Vereins nach außen vermitteln, und schließlich auch noch zähneknirschend hinnehmen, dass auch Julian Schieber seine Zukunft nicht beim VfB sieht. Der Stürmer ist für rund sechs Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt. Doch, wie gesagt, jetzt gab es eine frohe Kunde.

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Daniel Didavi hat seinen Vertrag beim VfB vorzeitig verlängert und bis 2016 unterschrieben. „Wir freuen uns“, sagte Bobic und lobte den 22-jährigen Mittelfeldspieler: „Er hat sich stark entwickelt und besitzt unheimlich viel Potenzial.“ Das derzeit allerdings brach liegt, da sich Didavi wegen einer Knorpelverletzung in Knie im monatelangen Aufbautraining befindet.

Didavi erst wieder zur Rückrunde im Team

Wohl erst zur Rückrunde wird er wieder ein Teil des VfB-Teams sein – was deshalb so bitter ist, da sich Didavi im vergangenen Jahr, als er an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen war, in der Bundesliga durchgesetzt hatte. Der Club hatte das Talent denn auch behalten wollen, der VfB legte sein Veto ein und band Didavi nun langfristig. Was auch den jungen Spieler freut: „Ich bin glücklich, dass ich hier die nächsten Schritte in meiner Laufbahn machen kann. Ich arbeite hart an meinem Comeback und bin jetzt schon heiß auf meinen nächsten Einsatz.“

Ihren ersten Einsatz hatten derweil Didavis Kollegen am Montag auf dem Laufband. Zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison bat Chefcoach Bruno Labbadia seine Profis zum Leistungstest. Danach nahm auch Fitnesstrainer Christos Papadopoulos die Jungs unter die Lupe, mit einem 45-minütigen Lauf endete der erste Trainingstag der VfB-Spieler. So richtig ernst wird es dann ab diesem Dienstag.

„Es wird ein straffes Programm“, sagte Labbadia beim Start und meinte damit nicht nur die kommenden Wochen der Vorbereitung, sondern auch die ersten Monate der neuen Saison, die kaum Zeit zum Durchatmen bieten. „Das wird eine große Herausforderung“, sagte der Trainer – vor allem, weil er seinen Kader nicht unbedingt verstärken konnte. Der Sparkurs des Vereins zwang Labbadia und Bobic dazu Großverdiener abzugeben, auf günstige und wenige Neuverpflichtungen zu setzen und selbst einen Julian Schieber ziehen lassen zu müssen. „Keine Frage“, sagte Labbadia, „wir haben Qualität verloren.“ Weshalb er sich hütet, Erwartungen zu schüren.

„Wir sind alle erholt, die Akkus sind voll.“

„Solange andere aufrüsten, wir aber abbauen, kann ich kein Saisonziel ausgeben“, sagte der Trainer, der den Weg des VfB Stuttgart als „anders, nicht einfach, aber interessant und reizvoll“ beschreibt. Neben Rückkehrer Didavi sind nur Offensivspieler Tunay Torun (Hertha BSC Berlin) und Rechtsverteidiger Tim Hoogland (FC Schalke 04) neu im VfB-Kader. Und dennoch gab sich Labbadia alle Mühe, trotz schwieriger Rahmenbedingungen Vorfreude auf die kommenden Aufgaben auszustrahlen: „Wir sind alle erholt, die Akkus sind voll.“ Und ein Ziel gab Bruno Labbadia dann doch auch noch aus. Besser gesagt: gleich mehrere.

Zunächst einmal soll das Team an die erfolgreiche Rückrunde der vergangenen Saison anknüpfen – vor allem, was die Spielweise angeht. „Wir wollen unseren Stil manifestieren und die Leute begeistern“, sagte Labbadia. Die jungen Spieler sollen zudem weiter an die Stammelf herangeführt werden, „wenn einer durchstartet“, sagte Labbadia, „umso besser“. Und der für den Coach so wichtige „Kern der Mannschaft“ soll sich nach Möglichkeit weiter steigern: „Es ist mit entscheidend, dass sich der eine oder andere noch weiterentwickelt“, sagte Labbadia, „da sehen wir noch Potenzial.“

Wofür das dann wiederum reicht? „Wir starten im Plus“, sagte Labbadia, „die Frage ist nun: Wie weit können wir das Plus nach oben schieben.“ Die Antwort gibt’s ab dem 25. August. Dann startet der VfB gegen Wolfsburg in die neuen Bundesligasaison.

 
 
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