Stuttgart - Die Gegner sind eher unattraktiv, die späte Anstoßzeit (21.05 Uhr) lockt keine Massen ins Stadion: 17 155 Fans kamen gegen Steaua Bukarest in die Mercedes-Benz-Arena, nur 15 300 gegen den FC Kopenhagen. Die Europa League ist nicht der Renner für den VfB Stuttgart – Michel Platini will sie sogar abschaffen. Stattdessen will der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa) die Champions League von bisher 32 auf 64 Mannschaften aufstocken.

Das wiederum behagt Fredi Bobic nicht. „Soll man das dann noch Champions League nennen“, sagt der VfB-Manager, „wenn man die Europa League in die Champions League einbringt, ist es ja eher eine Europa League.“

Mit dieser Einschätzung befindet sich Bobic in bester Gesellschaft. Die Bundesliga lehnt die angedachte Reform ab. „Platt und überflüssig“ findet sie Hannovers Manager Jörg Schmadtke. „Davon halte ich gar nichts“, sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. „Es ist sehr gefährlich, wenn immer die gleichen Clubs die Champions League bestreiten“, warnt sein Gladbacher Kollege Lucien Favre, „dann werden die Reichen immer reicher, der Unterschied zwischen den Vereinen wird immer größer.“ Leverkusens Sportchef Rudi Völler findet: „Entscheidend für die Bundesliga ist, wie viele Vereine dann in der Champions League spielen.“

Über den geplanten Modus ist nichts bekannt, dafür haben Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und die von ihm angeführte European Club Association (ECA) eine andere Idee: Demnach soll der Sieger der Europa League im folgenden Jahr in der Champions League starten. „Das kann man machen“, sagt Fredi Bobic, „aber was ist schon fair? Wie kann man es allen Mitgliederverbänden recht machen?“ Die wahrscheinliche Antwort: gar nicht.