Stuttgart - Ulrich Ruf, der Finanzvorstand des VfB Stuttgart freut sich über den Einzug ins Achtelfinale der Europa League.


Herr Ruf, hatten Sie einen schönen Fußballabend in Genk?
Ja. Es war zwar eisig kalt, aber wenn man erfolgreich ist, erträgt man das gerne. Es ist jedenfalls sehr erfreulich, dass wir weitergekommen sind – aus sportlichen Gründen, wegen der internationalen Reputation und für das Selbstvertrauen der Spieler.

Dazu kommt die finanzielle Seite. Ab dem Achtelfinale kann man auch in der Europa League Geld verdienen.
Sicherlich hoffen wir, dass wir gegen Lazio Rom mal wieder wesentlich mehr Zuschauer im Stadion begrüßen dürfen als zuletzt bei den Spielen in der Europa League. Zum einen wegen der Stimmung, zum anderen wegen der Erlöse. Bisher halten sich Einnahmen und Ausgaben im Europapokal in etwa die Waage, auch in der Zwischenrunde ist nicht viel hängen geblieben. Inklusive der Prämie für den Achtelfinaleinzug in Höhe von 350 000 Euro erwarte ich in der nächsten Runde aber Mehreinnahmen in der Größenordnung von etwa einer Million Euro.

Dass der VfB nunmehr einziger deutscher Vertreter ist, dürfte ein Vorteil sein.
Zunächst ist es für mich ein Wermutstropfen, dass die anderen deutschen Clubs aus der Europa League ausgeschieden sind. Das ist mit Blick auf die Fünf-Jahres-Wertung schade für die Bundesliga, aber klar: Für uns hat es auch eine gute Seite. Pro Runde werden 805 000 Euro aus dem Marktpool an die deutschen Vertreter ausgeschüttet. Bisher wurde dieser Betrag durch vier geteilt, nun erhalten wir ihn komplett. Die Live-Übertragung im Free-TV bringt uns dagegen keine direkten Mehreinnahmen, da die Rechte zentral vermarktet worden sind. Umso wichtiger sind die Zuschauereinnahmen.

Info: Für den VfB war die Europa League in dieser Saison ein lukratives Zusatzgeschäft. Die Europäischen Fußballunion (Uefa) überwies bisher 2,65 Millionen Euro an Prämien an die Roten: 1,3 Millionen Euro gab es für die Teilnahme an der Gruppenphase, 400 000 für die zwei Gruppensiege, 200 000 für die zwei Remis, 400 000 für den zweiten Platz nach Ende der Gruppenphase und 350 000 Euro für den Achtelfinaleinzug.