Verrückte Wettbewerbe Sprint in Stöckelschuhen
Sascha Schmierer, 07.05.2012 12:00 UhrLeinfelden/Ludwigshafen - Warum am Wochenende nur rumhängen? Alternativen gibt es genug, wie mehrere bizarre Wettbewerbe zeigen. Zum Beispiel einen Reisebus ziehen oder auf einem Klapprad umherdüsen.
In ganz Deutschland haben sich Tausende Menschen bei mehreren kuriosen Wettbewerben amüsiert. Im Rahmen des Schönbuchlaufs in Leinfelden etwa gab es den ersten High-Heel-Run. Knapp 600 Zuschauer wollten es sich nicht entgehen lassen, wie grazile Frauenbeine auf mindestens acht Zentimeter hohen Absätzen über eine regennasse Tartanbahn stöckeln. Allerdings blieb das Feld wagemutiger Starterinnen recht überschaubar. Gerade mal vier Frauen trauten sich den 60-Meter-Sprint in Rock und hochhackigem Schuhwerk zu.
„Es war klar, dass es beim ersten Mal noch nicht so viel Resonanz gibt, aber bei den Leuten ist der High-Heel-Run super angekommen“, sagte Irmgard Rath vom Organisationsteam des Schönbuchlaufs. Von befürchteten Bänderrissen blieben die Athletinnen übrigens trotz der rutschigen Bahn verschont. „Auch auf High Heels kommt es schließlich vor allem auf die richtige Technik an. Was unsere Läuferinnen gezeigt haben, war sehr ästhetisch anzusehen.“
2013 gibt es den nächsten High-Heel-Run
Gewonnen hat den High-Heel-Run Cornelia Rath (27), frühere Leichtathletin und spurtstarke Tochter der Organisatorin. Für die restlichen Teilnehmerinnen gab es ein Glas Sekt und einen Einkaufsgutschein für den nächsten Schuhkauf. Vielleicht legen die Damen das Preisgeld gleich in nagelneuen Renn-Stilettos an – wiederholt werden soll der High-Heel-Run 2013 auf jeden Fall.
Um den Titel „Deutscher Grill- und Barbecue-König 2012“ traten am Sonntag 33 Teams bei der Grillmeisterschaft in Schwäbisch Hall an. Dafür hauten sie jede Menge Fleisch und anderes Grillgut auf den Rost. Zuerst noch im Regen, doch pünktlich zum ersten von sieben Gängen klarte es auf. Zu den besten Grillern Deutschlands kürte die 150-köpfige Jury am Abend Michael Hoffmann und seine Truppe „Gut Glut“ aus Bergisch Gladbach.
Im niedersächsischen Wolfenbüttel zählte nicht Geschmack, sondern Stärke: Bei der deutschen Meisterschaft im Buspulling versuchten 16 Mannschaften so schnell wie möglich einen tonnenschweren Reisebus über die Ziellinie zu ziehen. Am Ende kamen die Gewinner sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern aus demselben Ort in Schleswig-Holstein, nämlich aus Bollingstedt bei Flensburg.
Klappräder dürfen keine Gangschaltung haben
Verkleidet im Stil der 70er Jahre und mit einem obligatorischen Oberlippenbart schwangen sich in Ludwigshafen rund 100 Radelwütige auf ihre Klappräder. Die durften keine Gangschaltung haben, was die Klapprad-WM zu einer anstrengenden Sache machte. Die Beine kurbelten wie verrückt, Schweiß rann unter dem Schnurrbart herunter. Am Ende hatte Fahrradhändler Egbert Fecht die Nase vorne: Der 54-Jährige fuhr innerhalb einer Stunde 37,86 Runden. Dabei hatte er sich seinen Drahtesel erst vergangene Woche zusammengebaut.
Für die 450 Teilnehmer der ersten deutschen Meisterschaft im Moorfußball gab es keinen Schönheitspreis: Die Spieler standen knöcheltief im Dreck, der Ball blieb in Pfützen oder Furchen im umgepflügten Acker in Rieste bei Osnabrück liegen. Die Sieger haben sich für die Moorfußball-WM im Juli qualifiziert. Die findet im Mutterland verrückter Wettbewerbe statt: Finnland.





