Stuttgart - Bereits 281 Mal musste der Verkehrswarndienst im Jahr 2012 im Südwesten wegen Falschfahrern Alarm geben. So viele Meldungen seien bis einschließlich Sonntag eingegangen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag in Stuttgart. Ob hinter jeder Warnung wirklich ein verirrter Autofahrer stecke, lasse sich aber nicht sagen, machte er deutlich. Wegen der großen Gefahr werde sie direkt rausgegeben - ohne Überprüfung.

Rechnet man die Zahl auf das gesamte Jahr hoch, liegt sie mit 318 etwas niedriger als in den vergangenen Jahren. 2011 gab es 342 Meldungen, 2010 waren es 339. Im Jahr 2009 wurden 370 Meldungen gezählt und 2008 kamen 320 zusammen. Bundesweit rechnet das Bundesverkehrsministerium mit jährlich rund 1700 Warnungen vor Geisterfahrern.

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In den vergangenen Wochen hatte es auf deutschen Autobahnen immer wieder Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten gegeben. Noch unklar sind die Hintergründe des Horror-Unfalls auf der A5 bei Offenburg, bei dem am Sonntag sechs Menschen um Leben kamen. Bei weiteren drei Zusammenstößen mit Geisterfahrern starben allein im Oktober im Sauerland, in Rheinland-Pfalz und in Bayern zusammen mindestens 13 Menschen.