Enzkreis/Unterreichenbach. Für viele Autofahrer aus dem Biet hat die Straße von Neuhausen über Schellbronn nach Unterreichenbach eine große Bedeutung. Vom Nagoldtal kommen sie rasch hoch nach Grunbach – und schließlich zu den Verkehrsadern in der Region. Entweder über Engelsbrand zur B  294 zwischen Birkenfeld und Neuenbürg oder über Büchenbronn Richtung Pforzheim sowie zur Autobahn. Der Vorteil: Auf diesem Weg müssen sie nicht durchs Pforzheimer Stadtgebiet. Dieser Verkehrsstrang ist damit für viele zu einer Art Südumfahrung der Großstadt geworden. Die Straßen auf den beiden Hängen im Nagoldtal sind freilich in einem völlig unterschiedlichen Zustand. Auf der einen Seite hat der Enzkreis die Verbindung von Schellbronn nach Unterreichenbach saniert – nun ist sie wieder freigegeben. Auf der anderen Bergseite nach Engelsbrand lässt das Land die Straße verkommen.

Seit mehr als 30 Jahren warten die Gemeinden Unterreichenbach und Engelsbrand nun schon darauf, dass das Land die holprige und gefährlich enge Waldstraße modernisiert. Einen Lichtblick gibt es immerhin: Die Planer des Landes fassen zumindest einen einfachen Ausbau ins Auge. Die Ausbesserung ist in den Katalog des Verkehrsministeriums für Maßnahmen von 2015 bis 2025 aufgenommen worden.

Auf der anderen Seite hat der Enzkreis in den vergangenen zwei Jahren Nägel mit Köpfen gemacht. Zwei Millionen Euro hat der Kreis ausgegeben, um seine Straße zu auszubessern. Ende 2008 hatte der Kreistag beschlossen, die rund 4,3 Kilometer lange Etappe in Ordnung zu bringen. Der Verkehrsweg ist 1926 bis 1927 gebaut worden. Doch die knapp 90 Jahre alte Straße genügte nicht mehr den Anforderungen eines wachsenden Verkehrs, erklärte 2008 das Landratsamt. Die Fahrbahn ist auf weiten Strecken nicht einmal 4,50 Meter breit.

Autofahrer müssen aufpassen, wenn ein Fahrzeug entgegen kommt. Die Fahrbahn ist mehrmals notdürftig repariert worden. Dadurch wurde die Asphaltdecke mit der Zeit jedoch wellig. Auch gefährlich: die schmalen und brüchigen Straßenränder. Aus Sicht der Verwaltung war es nötig, die Mängel zu beheben. Zum einen, um die Sicherheit für die Fahrer zu verbessern. Zum anderen sprach aber auch ein wirtschaftlicher Grund dafür, die Sanierung anzupacken. Der Aufwand, den Verkehrsweg immer wieder zu reparieren, wäre sonst von Jahr zu Jahr gestiegen, argumentierte die Verwaltung des Enzkreises.

In den vergangenen zwei Jahren haben die Bauarbeiter Zug um Zug die Strecke saniert. Zuerst 2010 am Ortsausgang im Neuhausener Ortsteil Schellbronn. Danach war 2011 der Abschnitt bei der Nagoldbrücke in Unterreichenbach an der Reihe. Zwischen der Brücke und der Bahnlinie entstand ein neues Straßenstück mit einem Radweg, der nun einen Anschluss zum Weg im Nagoldtal zwischen Pforzheim und Calw bietet. In den vergangenen Monaten wurde schließlich die Fahrbahndecke der Waldstraße erneuert. Der Abschnitt ist jetzt überall mindestens 4,50 Meter breit.