Unterreichenbach Sonne lockt Besucher in Strömen an
Schwarzwälder-Bote, 29.05.2012 05:00 Uhr
Tausende Besucher strömten am Mühlentag ins Kapfenhardter Tal. Ob beim Stockbrotbacken (links), dem Steinroulette oder dem Seilflechten, alle kamen auf ihre Kosten. Natürlich gab es auch einen Einblick in den Weg vom Korn zum Brot (rechts oben). Fotos: KraushaarFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Albert M. Kraushaar Schömberg/Unterreichenbach. Der Pfingstmontag verwöhnte den deutschlandweiten 19. Mühlentag mit blauem Himmel und Sonnenschein pur schon ab dem frühen Morgen. "Der Gottesdienst war gleich sehr gut besucht, und bei diesem schönen Wetter sind sie Leute dageblieben", so das erste Fazit von Josef Schreiner von der Oberen Kapfenhardter Mühle.Die angenehmen Temperaturen taten im Tal ihr übriges dazu. Per Auto, Motor- und Fahrrad oder als Wanderer strömten die Besucher zum Fest. Bis zum Nachmittag schätzten die an der Gesamtorganisation beteiligten Familien Mönch, Schreiner und Stirner die Gästezahl auf mehrere Tausend. Zwischen den Ständen gab es kaum ein Durchkommen, am Stockbrot- Feuer herrschte Hochbetrieb. Kinder übten sich daneben im Seilflechten. Wenige Meter weiter konnten die Besucher bei einem Steinmetz und einem Motorsägekünstler zwei grundverschiedene Berufe kennenlernen und ihnen bei der Arbeit über die Schultern sehen.
Wie Brotteig entsteht und dann im Ofen landet war beim Vor-Ort-Backen zu erleben. Inge und Hans Großmann demonstrierten eindrucksvoll, wie viel Kraft und Energie man aufwenden muss, um den Brotteig wie in der Vergangenheit von Hand zu kneten und zu formen. Ofenfrisch gingen die Spezialitäten anschließend direkt an die Interessenten weg. Ein Erlebnis, das den Besuchern weit ab von den modernen Großbackanlagen noch den direkten Weg vom Müller über den Bäcker zum Verbraucher demonstrierte.
Einer der Schwerpunkte des Mühlentags ist der Tag der offenen Tür, bei dem die Müllermeister ihre Gäste im Rahmen von Führungen in die täglichen Arbeitsabläufe einweihen. In der Unteren Mühle wechselten sich Müllermeister Eckhard Müller mit seinem Sohn und zwei Kollegen ab. Weizen oder Roggenmehl, grob, zum Backen oder als Feinstaub, die Varianten und Mischungen sind so vielseitig, dass nur noch Insider mit viel Erfahrung den Durchblick behalten. Ein kleiner Auszug, was sich daraus alles für den täglichen Bedarf fertigen lässt, konnten die Besucher in den Mühlenläden bestaunen. Integriert in das Fest war ein Bauern- und Krämermarkt. Darüber hinaus konnten die Gäste zahlreiche kulinarische Spezialitäten bei zünftiger musikalischer Unterhaltungsmusik genießen.



