
Von Albert M. Kraushaar
Unterreichenbach.Um den Kontakt zur Gastronomie in Sachen regionaler Lebensmittel sowie die kurzen Wege vom heimischen Wald in die Küche zu fördern, hat der Landesjagdverband 2009 das Herkunftszeichen "Wild aus der Region" eingeführt. Damit dürfen Gastwirte und Metzger werben, wenn sie sich verpflichten, 90 Prozent ihres Angebots aus den heimischen Jagdrevieren im Umkreis von höchsten 100 Kilometer zu beziehen. Bereits mehr als 350 Gaststätten, Hotels und Metzgereien haben die Werbewirksamkeit des Herkunftszeichen erkannt und machen ihre Gäste gezielt auf die regionale Herkunft des Fleisches aufmerksam. Im Gegenzug sichert der baden- württembergische Landesjagdverband zu, das bei der Gewinnung und Verarbeitung des Wildes hohe Standards eingehalten werden.
"Der Umgang mit Wild als Lebensmittel gehört zu jeder Ausbildung eines Jägers", betonte Gerhard Glinka vom Jägerkreis Calw. Er wertet diese Aktion auch als ein Signal an die Region und deren Gäste. Er war zusammen mit dem Leiter des Hegerings IV Schömberg, Jürgen Haar, nach Unterreichenbach gekommen, um die Untere Kapfenhardter Mühle offiziell mit dem Herkunftszeichen "Wild aus der Region" auszuzeichnen.
Bei der Übergabe präsentierte Susanne Mönch eine spezielle Wild- und Pilz-Speisekarte. Sie strich die Bedeutung von Wildbret in den unterschiedlichsten Varianten in ihrem Betrieb heraus. Nach ihrer Einschätzung ist es nicht der günstigere Preis, der die Gastronomen zu fremdem Wildbret greifen lässt, sondern das fehlende Können bei der Verarbeitung.
"Es ist bequemer, es fertig verarbeitet einzukaufen", sagte Mönch. In der Unteren Kapfenhardter Mühle würden die Auszubildenden jedoch noch lernen, das von den Jägern angelieferte Wild optimal zu zerlegen. Derzeit würden Hirsch- und Hirschkalb, aber auch Wildschwein besonders hoch in der Gunst der Gäste stehen.