
Unterreichenbach - Großer Bahnhof in Unterreichenbach: Mit "Er kommt" empfingen zahlreiche Bürger der Flößergemeinde mit ihrem Rathauschef Carsten Lachenauer an der Spitze, "ihren" neuen Zug.
"Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen der Bahn und den Kommunen im Nagoldtal hat die Gemeinde Unterreichenbach heute die Namenpatenschaft für einen Regio-Shuttle Baureihe 650 übernommen", so lautet der offizielle Wortlaut von Seiten der Bahn. Das Diesel getriebene Schienenfahrzeug ist künftig mit dem beidseitig angebrachten Namenszug und dem Wappen der Gemeinde zwischen Pforzheim und Tübingen unterwegs.
"Ich habe mir extra nochmals die Formel I angeschaut, um zu sehen, wie die das mit der Taufe machen, aber die spritzen den Sekt immer in Richtung Prominenz und Zuschauer", sorgte Lachenauer für aufgelockerte Stimmung. Er entschied sich dann doch für die breite Flanke des Schienenfahrzeugs mit dem Schriftzug Unterreichenbach.
"Die Unterreichenbacher Bürger identifizieren sich so stark mit der Bahn, dass sie heute schon die ersten Verbesserungsvorschläge mitgebracht haben", stellte Lachenauer mit Blick auf den voll besetzten Bahnsteig fest. Der zeigte sich von Grund auf renoviert, mit ebenem Eingang in die Kulturbahn, neu verlegten Gleisen und frischen Signalmasten. "Für ein Ingenieurauge sieht das einfach harmonisch aus", freute sich der Technische Leiter Thomas Landgraf über das gelungene Bild, das der Bahnsteig mit dem fließenden Übergang in den Regio-Shuttle jetzt bietet.
"Die Kulturbahn ist das persönliche Baby von Herrn Landgraf, und das ist jetzt ins Laufen gekommen", lobte Lachenauer. Lob gab es auch von einer Anliegerin: "Toll wie die Männer gearbeitet haben, oft von morgens 6 Uhr bis in die Nacht." Sie ist froh, dass es den Bahnhof gibt, wünscht sich jedoch eine noch bessere Anbindung der Pforzheimer Straße zum Bahnübergang. Lachenauer nahm das Thema auf und ging noch einen Schritt weiter: "Eine Bedarfshaltestelle in Dennach wäre in unseren Augen die perfekte Lösung".