Unterreichenbach. Zur letzten Exkursion in diesem Jahr begrüßte der Kreisvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Dietmar Greif, beim Sportplatz in Unterreichenbach 20 Mitglieder und Gäste. Förster Dominik Dast führte die Gruppe durch das Kapfenhardter Tal und erinnerte als damals schon zuständiger Revierleiter an die Flutkatastrophe vom 19. Juli 1999 sowie deren Auswirkungen auf die Natur in dieser Landschaft.

An besagtem Sommertag entluden sich zwei Gewitterfronten über Schömberg und Unterreichenbach. Sie verwandelten mit Niederschlagsmengen von bis zu 150 Liter pro Quadratmeter binnen einer Stunde den Eulen- und Reichenbach in einen reißenden Strom, der in einer Lawine aus Wasser, Schlamm und Geröll im Kapfenhardter Tal, am Sportplatz, im Park und Ortskern Schäden in zweistelliger Millionenhöhe anrichtete.

Ein riesiger Buntsandstein, der durch die Flutwelle freigespült wurde, erinnert heute im unteren Teil des Tales mit einer Gedenktafel an das Unwetter und den vorbildlichen Einsatz der Rettungskräfte.

Im Zuge der Aufräumarbeiten wurde der Reichenbach verbreitert und naturnah gestaltet. Eine natürliche Bestockung mit Birken, Weiden und Laubgehölzen hat inzwischen vom Uferbereich Besitz ergriffen und dem Tal ein idyllisches Gepräge verliehen. Dast verstand es, anhand von eigens aufgestellten Schaubildern die Situation unmittelbar nach dem Unwetter an der drei Kilometer langen Wanderstrecke darzustellen.

An der Unteren Kapfenhardter Mühle angekommen, bekam der Referent Beifall und ein Geschenk. Bevor es zum Abschluss in der Unteren Mühle überging, erläuterte deren Seniorchef Günter Mönch die verschiedenen regenerativen Energiearten wie Wasserkraft, ein mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk und die Wärmepumpe, die auf seinem Anwesen seit vielen Jahren genutzt werden.