
Von Andreas Wende
Unterkirnach. "Die Gemeinde ist finanziell nicht auf Rosen gebettet", so Bürgermeister Gerold Löffler gestern Abend zu Beginn der Bürgerversammlung in der Roggenbachschule. Dort ging es um das Thema "Unterkirnach gemeinsam gestalten".
Darum hat sich in den vergangenen zwei Jahren das Projekt "Lebensqualität durch Nähe" auf vielfältige Weise gekümmert. Der gestrige Abend bot den einzelnen Arbeitsgruppen Gelegenheit, ihre Vorhaben vorzustellen und mit den Bürgern zu diskutieren. Der Bürgermeister Löffler betonte, dass gerade in Zeiten, in denen die Finanzmittel nicht reichllich sprudeln, die ehrenamtliche Betätigung von Bügern zum Wohle ihrer Gemeinde besonders hoch zu bewerten sei.
Die EU und ihr Förderprogramm "Leader" stellten Anfang 2010 Finanzmittel bereit, aus denen ein professioneller Moderator bezahlt werden konnte. Alexander Hölsch, tätig für die Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen, kurz SPES, sprach in der Auftaktveranstaltung das Potenzial der Schwarzwaldgemeinde Unterkirnach an, das es zu nutzen gelte. Das Förderprogramm entstand zu Beginn der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, um in österreichischen Dörfern einen Gegenpol zur massiven Landflucht der jüngeren und mittleren Generation zu schaffen.
Es bildeten sich zahlreiche Arbeitskreise. Die Themen Tourismus, soziale Vernetzung oder Nahversorgung waren erste Schwerpunkte. In den Kreisen fanden sich Kenner der Materie und an der Entwicklung ihrer Gemeinde interessierte Bürger ein.
Bereits im September 2010 konkretisierten sich die Aktivitäten des Arbeitskreises Nahversorgung in den sehr erfolgreichen ersten "Unterkirnacher Probiertagen", bei denen heimische Anbieter zwei Tage lang ihre Produkte vorstellten. Fachvorträge und Kostproben kamen beim Publikum gut an.
Der Fantasie der am Lebensqualität-Projekt beteiligten waren – außer finanziellen – keine Grenzen gesetzt. Kleinkunst im Café, Bürgerbus oder Dorfmobil sowie "10+", ein Plan, wonach jeder Bürger zehn Euro mehr als bisher in der Gemeinde ausgeben sollte. Der Arbeitskreis Neuansiedlung schlug unter anderem eine Existenzgründerberatung für neu hinzugezogene Mitbürger vor. Auch eine Immobilienbörse und eine Mitfahrzentrale wurden angeregt.
Am Samstag macht das Wetter einen Strich durch die Rechnung / Sonntag wird nach zögerlichem Anfang ein Erfolg