
Von Andreas Wende
Unterkirnach. Der allgemein bedauerte Weggang der Tourismusbüro-Leiterin Jutta Böing (wir berichteten) ist für die Gemeinde auch eine Chance.
Bürgermeister Gerold Löffler will dem Gemeinderat möglichst bald sein Konzept vorlegen.
Es gehe zunächst darum, "den Übergang zu gestalten", erklärt Löffler im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.
Mit dem vorhandenen Personal – Nadine Bachhäubl soll im Tourismusbüro die Ansprechpartnerin sein; unterstützt wird sie von Silke Muller – werde man "den Betrieb sichern", versprach Löffler. Parallel dazu soll die Kooperation mit dem "Ferienland Schwarzwald" vorangetrieben werden.
Unter diesem Begriff haben die Schwarzwaldgemeinden Triberg, Schonach, Schönwald, Furtwangen und St. Georgen in einer GmbH ihre Aktivitäten gebündelt.
Eine Kooperation besteht mit dem Kurort Bad Dürrheim.
Unterkirnach könnte nach Löfflers Überlegungen "die sechste Gemeinde im Ferienland werden".
Bei dessen Geschäftsführer Stefan Schürlein seien seine Überlegungen durchaus auf fruchtbaren Boden gefallen.
Dass Tourismus keine Spielwiese für Einzelkämpfer ist, gehörte immer auch zu Jutta Böings Verständnis von modernem Fremdenverkehrs-Management.
Auch sie strebt an, die Kirchturmpolitik zugunsten größerer Gemeinsamkeiten aufzugeben.
In Kooperativen wie der Ferienland GmbH fallen Synergieeffekte an wie zum Beispiel gemeinsame Auftritte bei Touristikmessen oder ein Loipenplan. Die Identität jeder Gemeinde bleibt erhalten.
Löffler: "Es ändert sich das Emblem, aber nicht der Inhalt." Der Unterkirnacher Bürgermeister nennt als Vorbild die Hochschwarzwald GmbH, unter der 13 Gemeinden firmieren.
"Die haben es begriffen", sagt Löffler.
Im heimischen Gemeinderat wurden mit der Stärke-/Schwächen-Analyse zum Thema Naturpark und dem daraus resultierenden Masterplan bereits Pflöcke eingeschlagen und eine Richtung vorgegeben.
Die Überlegungen Böings und Löfflers Ergänzungen sollen die Weichen in Richtung Ferienland-Beitritt stellen.
Bis zum Frühsommer, hofft der Bürgermeister, könnte eine Entscheidung darüber im Gemeinderat gefallen sein.
In Gesprächen sei ihm auch schon vom größten Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten in der Gemeinde, dem Hapimag, Interesse signalisiert worden.
Einen kleinen Schönheitsfehler hat die angestrebte Zusammenarbeit aber doch: Die bisherigen gemeinsamen Aktivitäten Unterkirnachs mit Vöhrenbach blieben auf der Strecke, da diese Gemeinde nicht zur Ferienland-GmbH gehört.
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