Unterkirnach/Vöhrenbach (sh). "Das ist ein großes Weihnachtsgeschenk für unsere Schule", so der Unterkirnacher Bürgermeister Gerold Löffler zur Einrichtung einer Schulsozialarbeit an der Josef-Hebting-Werkrealschule mit ihren Außenstellen in Eisenbach und Unterkirnach.

Zum 1. Dezember hat Vera Maria Weinberger ihre Arbeit im Rahmen des Caritasverbands aufgenommen. ­Zufrieden zeigte sich Rektor Jörg-Dieter Klatt, denn seit seinem Amtsantritt in ­Vöhrenbach war die Schulsozialarbeit, wie er sie aus seinen früheren Schulen her kannte, ein ganz großer Wunsch.

Gezielt ging es in den ersten Tagen darum, die Schüler in den drei Schulen kennenzulernen. Klatts Dank galt an dieser Stelle den Schulträgern in den drei Gemeinden, welche die Notwendigkeit erkannt hatten. Denn: "Die Schulsozialarbeit gehört zu einer guten Schule dazu."

Das Arbeitsfeld sei sehr umfangreich, die Prävention – die Arbeit im Vorfeld von Problemen – gehöre ebenso dazu wie die Hilfe in konkreten Situationen. Die Schulsozialarbeiterin bedeute für Schulleitung und Kollegium eine enorme Entlastung.

Schüler brauchenviele Wegbegleiter

Vera Weinberger steht aber auch den Eltern zur Seite. Sie werden in einem Brief darüber informiert, dass sie sich jederzeit mit Sorgen oder Nöten vertrauensvoll an die Schulsozialarbeiterin wenden können. Ganz besonders betonte Klatt, dass die Schulsozialarbeiterin von der Schule völlig unabhängig sei.

Alles, was Schüler oder Eltern mit ihr besprechen, werde die Schule nicht erfahren, außer es werde ausdrücklich von den Betroffenen gewünscht. Nur so könne man Vertrauen aufbauen.

Auch der Vöhrenbacher Bürgermeister Robert Strumberger machte deutlich, dass die Schüler auf ihrem Weg viele Wegbegleiter brauchen. Sicher sei: "Ohne Schulsozialarbeit geht es nicht." Wichtig sei, dass man in der Werkrealschule mit Außenstellen damit einen neuen Standard bieten kann.

Gerade im Blick auf die weitere Schulpolitik in Richtung Gemeinschaftsschule sei eine Betreuung der Schüler durch eine Fachkraft eine Grundvoraussetzung. Damit trage die Schulsozialarbeit auch wesentlich dazu bei, den Schulstandort zu sichern.

Der Geschäftsführer des Caritasverbands im Landkreis, Michael Stöffelmaier, bestätigte, dass die Caritas gerade in diesem Bereich viel Erfahrung hat. Inzwischen seien zwölf Mitarbeiter in der Schulsozialarbeit tätig.

Und die Notwendigkeit einer solchen Betreuung wachse von Jahr zu Jahr, da sich die Situation für Kinder und Jugendliche immer stärker verändere. Vera Maria Weinberger werde in den nächsten Wochen ein erstes Konzept für ihre Arbeit an den drei Schulstandorten ausarbeiten.

Hauptamtsleiterin Regina Saier-Grieshaber erläuterte die Kostensituation: 34 500 Euro müssten von den drei Gemeinden für diese Halbtagsstelle jährlich an den Caritasverband gezahlt werden. 8350 Euro davon übernehme das Land. Der Rest werde nach den Schülerzahlen aufgeteilt. Vöhrenbach trage damit etwa die Hälfte der verbleibenden Kosten.

Vera Weinberger stammt aus Ravensburg und hat in Freiburg an der katholischen Fachhochschule Sozialarbeit und anschließend an der PH Diplompädagogik und ­Er­ziehungswissenschaften studiert.

In dieser Zeit arbeitete sie unter anderem in einer Behinderteneinrichtung und in einer Beratungsstelle für verhaltensauffällige Kinder. Sie machte einige Jahre Familienpause, bevor sie nun wieder ins Berufsleben eintritt.