Von Hans-Jürgen Kommert

Unterkirnach. Die Kieschtöck machten sich in Unterkirnach wieder einmal auf, um die "alte Fasnet" zu suchen, zu wecken und das Häs abzustauben.

Wo sich sonst die Zinkenräte mit diversen Entstaubungsgerätschaften und der obligatorischen Laterne rings um den Narrenbrunnen herumtrieben, waren es in diesem Jahr zwei junge Burschen, die sich noch dazu von einem "Fischkopp" veralbern lassen mussten. Ein alter Schrank mit Bildern des Kieschtocks erregte die Aufmerksamkeit der Männer. Und tatsächlich, drin lag auch zusammengekauert ein verschrumpeltes Männchen, völlig teilnahmslos. Stück für Stück fanden, zum Teil unterstützt von verschiedenen Helfer, die Jungs und das Nordlicht die Teile des Gewands.

Schließlich war der Kie­schtock völlig eingekleidet und – noch immer ohne jedes Leben. Bis erneut ein Helferlein auftauchte und das schwere Gehänge mit den Rollen (Glocken) mitbrachte. Kaum waren die am Kieschtock festgemacht, lief auch schon ein Schauer durch den Körper – und er wurde immer lebhafter. Kaum war Leben in die noch junge Fasnet eingekehrt, da fielen auch schon jede Menge Kieschtöck, Beerewieble und Holzwieber auf dem Platz am Narrenbrunnen ein. Selbst die Kürnachhexen kehrten mit viel Rauch bei den Kieschtöck ein und feierten gemeinsam mit ihnen die Eröffnung der neuen, recht kurzen Fasnetssaison. Sehr zur Freude der zahlreichen Zaungäste gab es zum Aufwärmen Glühwein. Auch der Fanfarenzug spielte wieder unter der Leitung von Angelika Fleig zur Suche auf. Nach der anstrengenden Suche, bei der auch Bürgermeister Gerold Löffler zugegen war, ging es in eine Gaststätte in der Nachbarschaft, wo der Beginn der diesjährigen Fasnet kräftig weiter gefeiert wurde.