Von Hans-Jürgen Kommert

Unterkirnach. Für die Spielscheune soll es ein neues Zugangssystem geben.

Der neue Haushaltsplan war ebenfalls Thema in der Schlusssitzung des Jahres. Ein Lächeln schlich sich auf das Gesicht von Kämmerer Lutz Kunz: "Offensichtlich ist Unterkirnach nicht die einzige Kommune, denen plötzlich bei der Volkszählung Menschen abhanden gekommen sind", strahlte er. Denn die Landesregierung habe erklärt, dass für 2012 und 2013 noch die bisherigen Zahlen bestimmend seien, selbst für 2014 und 2015 seien noch Übergangsvorschriften geltend. Dies führe zu einer deutlichen Verbesserung des laufenden Haushalts. Zusätzlich seien zwar 33 000 Euro als Investitionszuschuss für die Pfarrhausmodernisierung sowie 52 000 für weitere Kostensteigerungen zum Aus- und Umbau des Kindergartens eingearbeitet, dennoch könne er nun sogar eine Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 185 000 Euro vermelden. Der Schuldenstand werde am Jahresende bei 157 000 Euro liegen, was pro Kopf (alter Einwohnerstand) etwa 56 Euro bedeute. Das sei wohl anhand der Schulden beim Wasser Augenwischerei, meinte Heinrich Bähr. Kunz vertrat eine andere Meinung. Schulden beim Wasser seien auskömmlich, da sie durch die Einnahmen gedeckt würden. "Wenn alle Maßnahmen durchgeführt werden, ist eine Entnahme aus der Rücklage von 17000 Euro erforderlich", rechnete Kunz den Ratsmitgliedern vor. Danach blieben in der Rücklage 684 000 Euro stehen, dazu stehe eine Sonderrücklage für Straßenunterhaltung in Höhe von 312 000 Euro zur Verfügung. Viele der Maßnahmen fielen in den Vorjahren bereits dem Rotstift zum Opfer. So wartet der "Forscherraum" in der Roggenbachschule (86 000 Euro wohl auch 2013 weiter auf den Umbau. Erhebliche Zweifel bestehen laut Petra Baumann am Nutzen der Erweiterung der Erddeponie, die mit 20 000 Euro zu Buche schlagen soll. In der Spielscheune müsse zunächst das Behinderten-WC (rund 60 000 Euro, allerdings rund 55 Prozent Zuschuss) gebaut werden. Dann aber soll auch ein neues Zugangssystem (Kosten etwa 30 000 Euro) folgen. "Schon wieder ein neues System, ständig stehen hier neue Zugangssysteme für Spielscheune und Hallenbad drin", meinte Heinrich Bähr. Dies liege schlicht daran, dass man es immer wieder schaffe, das alte einigermaßen am Laufen zu halten. Artur Makowe flicke das alte System ständig, "aber irgendwann geht’s halt nicht mehr", hielt ihm der Kämmerer entgegen.