Von Hans-Jürgen Kommert

Unterkirnach. Kaum hatte der Orchestrion-Verein die Genehmigung für seine "Heimat­stube" im ehemaligen Sitzungssaal des Gemeinderats, wo schon seit Jahren die einzigartigen Instrumente stehen, schon begannen die Mitglieder, diesen Raum ihren Bedürfnissen anzupassen.

Nach intensiver Planung war der Raum ab dem 1. November Baustelle. Zunächst wurden die Instrumente auf fahrbare Umzugsroller aufgebaut, um sie jederzeit verschieben zu können, dann wurden sie eingepackt. Der Boden wurde abgedeckt, die Fenster verhängt. "Eigenleistung kostet nichts", nach diesem Motto ging es dann ans Werk. Da wurde kräftig mit einer speziellen, feuchtigkeitsspeichernden Farbe gemalert. Rund 250 Stunden verbrachten Dufner und Armbruster damit, den Raum auf Vordermann zu bringen. Kurz vor Weihnachten sind sie fertig geworden. "Und dann haben uns die Frauen geholfen", gestehen sie. Margret Dufner hat den Boden gereinigt, Roswitha Armbruster und Renate Krüger die Fenster geputzt. Dann kamen die neuen Vorhänge, die schwer entflammbar sein mussten, dabei sollten sie noch nach etwas aussehen – und blickdicht sein, um auch mal tagsüber einen Videofilm zeigen zu können. Die Akustiksegel mussten mitsamt der neuen Beleuchtung verbaut werden. Und nicht zuletzt die Möblierung: Alle 33 Stühle erhalten derzeit einen neuen Stoffbezug. "Hier sind wir auf den Glücksfall Helmut Speth gestoßen. Er bezieht uns mit dem neuen, nahezu unverwüstlichen Stoff einen Stuhl nach dem anderen. Mehr als zwei Stunden braucht er für eine Sitzgelegenheit, und er macht das für uns kostenlos", strahlt Armbruster. Dank der tollen Unterstützung und sparsamer Einkaufspolitik habe man bisher erst 6300 Euro verbraucht. Es bleibe noch Geld für zwei Ausstellungsvitrinen, in die wichtige Dokumente hinein kommen sollen. Sie müssten als Tischvitrinen gefertigt sein, und UV-Strahlen dürften nicht hindurch gehen, um die Vergilbung zu verhindern. Dazu komme die Wandgestaltung mit Bildern. "Da erhalten wir tolle Unterstützung von umliegenden Museen, wie dem Schwarzwaldmuseum Triberg oder dem Phonomuseum St. Georgen", erzählt Armbruster. Der Verein wäre nicht böse, wenn sich Sponsoren melden würden, die ihnen bei der Beschaffung weiterer Vitrinen unter die Arme greifen könnten.

Das nächste Projekt steht auch schon in den Startlöchern: Ein alter Orchestrion­schrank wartet auf Restauration, der würde auch dringend als Aufbewahrungsort gebraucht. Führungen gibt es auch bereits wieder. Einen Dank wollen sie loswerden: Hauptamtsleiter Andreas König habe jede erwünschte Tranche des Darlehens sofort und ohne Nachfrage überwiesen, einfach vorbildlich sei damit alles gelaufen.