Unterkirnach Landschaftspflege der besonderen Art

Schwarzwälder-Bote, 07.08.2012 00:00 Uhr

Von Hans-Jürgen Kommert Unterkirnach. So viele Besucher sieht das Hippengehr nicht alle Tage. Nicht die historische Kobisenmühle stand an diesem Wochenende im Fokus der Besucher, sondern die Fahrzeuge zogen einige Meter weiter – zum Schwarzwaldhof Susanna.Auch wenn es ihn noch nicht so lange gibt, ist er bereits eine feste Institution: Der Bauernhofbrunch des Naturparks Südschwarzwald. Rund zwei Dutzend Bauernhöfe innerhalb des Naturparks öffneten am Sonntag die Scheunen und sonstigen Gebäude des Hofes. Unter ihnen war eben auch die Familie Winterhalter, die bereits zum zweiten Male ihre Tenne räumte.

Josef Winterhalter und seine Frau Susanna waren eigentlich mit dem Ziel gestartet, maximal 200 "Landschaftspfleger" aufzunehmen. Denn als "Landschaftspflege mit Messer und Gabel" bezeichnet der Naturpark diese Aktion. Unter anderem verfolgen viele Bauern das Ziel, sich als Selbstvermarkter vorzustellen. Brunch – ein Wort aus dem Englischen, das sich aus breakfast und lunch zusammensetzt. Und genau das auch darstellt. Es beginnt am Vormittag mit einem späten Frühstück und geht praktisch beinahe nahtlos in ein ausgedehntes Mittagessen über. Wie die anderen Bauern boten Susanna und Josef Winterhalter ihren Besuchern alles an, was Küche, Garten und Stall hergaben. Und da man ja nicht gerne jemanden abweist, wurden aus ursprünglich 200 geplanten Gästen rund 260 Besucher.

"Wir mussten trotzdem noch mindestens 30 Leuten absagen", erläuterte der Landwirt bedauernd. Zwischen den Mahlzeiten hatten die vielen Besucher Gelegenheit, das Anwesen der Familie Winterhalter zu besichtigen mit den Besonderheiten, die der Hof zu bieten hat. Da sind einerseits die Limousin-Rinder, die sowohl als Landschaftspfleger arbeiten als auch als Lieferanten eines vorzüglichen Fleischs dienen. Andererseits gab es auch Informationen über energetische Besonderheiten. Josef Winterhalter verfügt über eine eigene Stromerzeugung per Biogas-Anlage, in der in erster Linie die Produkte seiner Rinder verarbeitet werden.

Damit beim Brunch keine Langeweile aufkommen konnte, hatten die Eheleute einen Musiker engagiert, der zwischen Frühstück und Mittagessen spielte. Bei seinen vielen Gästen kam das Essen bestens an. Begeistert waren sie auch vom Gulasch aus hauseigenen Rindern, das die Hausherrin mit ihren zahlreichen Helfern zubereitet hatte. "Wir sind sicher nicht zum letzten Mal hier gewesen", war von vielen zu erfahren. Für eine so große Gästeschar sind natürlich viele helfende Hände erforderlich. "Wir haben tolle Unterstützung von unseren Nachbarn und Freunden erhalten", freute sich Josef Winterhalter.

 
 
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