
Unterkirnach (hjk). Im Rahmen einer internen Sitzung traf sich der Kreisvorstand der CDU des Schwarzwald-Baar-Kreises in Unterkirnach. Bevor sich die Vorstandsmitglieder jedoch mit Interna beschäftigten, wurde der wichtigste Steuerzahler der Tourismusgemeinde besucht.
Die Firma Wahl präsentiert sich als Unternehmen, das sogar dem Negativtrend des Jahres 2008 Paroli geboten hatte. Geschäftsführer Stephen Gunson meinte dazu, dass Produkte wie Haarschneidegeräte oder Bartschneider in einem Preissektor lägen, der auch dann interessant sei, wenn der Geldbeutel nicht so dick gefüllt ist. Und auf dem Profisektor muss eine defekte Maschine einfach ersetzt werden, will der Friseur noch Geld verdienen. "Für uns war das sogar ein Rekordjahr."
Die Firma wurde 1946 als Moser Elektrogeräte GmbH gegründet. Seit 1996 gehört sie zum Familienunternehmen Wahl Clipper Corp., das seinen Stammsitz in den USA hat. Das Gesamtunternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Haarschneidemaschinen. Volle 90 Prozent der in Unterkirnach hergestellten Geräte gehen daher auch in den Export, in insgesamt 70 Länder. Der Geschäftsführer stellte die Unterkirnacher Firma als "typisch deutsches Unternehmen" vor: 200 Mitarbeiter (aus 30 Ländern) seien am Standort tätig, ein Tochterunternehmen aus Ungarn mit 300 Mitarbeitern sei Zulieferer.
Die größten Märkte habe das Unternehmen in Russland und Nahost. "Da haben wir ein ganz großes Problem zurzeit, denn ein großer Abnehmer ist zum Beispiel der Iran", gab Gunson zu bedenken. Im Hause finde alles statt: Entwicklung, Herstellung und auch Vertrieb. Das jährliche Wachstum liege zwischen fünf und zehn Prozent. Ganz anders habe das 2004 ausgesehen. Das sei für die Firma ein Krisenjahr gewesen mit hohen Verlusten, hohen Schulden und der Drohung der amerikanischen Mutter, dass der Standort gefährdet sei.
Nach einem Strategiewechsel in besagtem Jahr konnten die Schulden in drei Jahren zurückbezahlt werden, konnte Gunson stolz berichten. Im vergangenen Jahr habe die Umsatzrendite vor Steuern nahezu 20 Prozent betragen. Diese Zahlen hätten bei der Mutter zu einem Umdenken über deutsche Standorte geführt.
Schulung und Weiterbildung seien wichtiger Bestandteil der Personalführung. Und die Produktion werde "verschlankt" durch kontinuierliche Prozessverbesserung.
Nach dieser Einführung übergab Gunson an seinen Mitarbeiter Michael Czech, der als Produktionsleiter dazu prädestiniert war, die CDU-Abordnung durch die Fertigung zu führen.
Am Samstag macht das Wetter einen Strich durch die Rechnung / Sonntag wird nach zögerlichem Anfang ein Erfolg