Unterkirnach Gläubige ziehen warme Jacken an
Schwarzwälder-Bote, 25.06.2012 22:05 Uhr
Seinen ersten Gottesdienst in St. Wendel feierte Pfarrer Wolfgang Kribl mit rund 100 Gläubigen. Foto: KommertFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Hans-Jürgen Kommert Unterkirnach/Oberkirnach. Einmal im Jahr findet der Gottesdienst der Unterkirnacher Jakobusgemeinde nicht auf dem Gebiet der Gemarkung statt. Seit vielen Jahren pilgern dann die Gläubigen in die Nachbargemeinde nach Oberkirnach. Dort befindet sich die Ruine der St. Wendelinskapelle, die im Jahre 1496 auf den Grundmauern einer schon vorher gebauten Kapelle weitab im Wald gebaut wurde.
Etwa im Jahre 1605 wurde diese Kapelle auf Geheiß er Kirchenoberen zerstört. Vor rund 40 Jahren wurden die Reste dieser Kapelle wieder ausgegraben. Aus geschichtlichen Quellen ist ersichtlich, dass hier, lange nachdem St. Georgen sich der Reformation angeschlossen hatte, noch heimlich katholische Gottesdienste stattfanden. Bis dann Herzog Friedrich befahl, die Kapelle zu schleifen.
Die Oberkirnacher brachen halbherzig Glockenturm und Dachstuhl ab, bevor der Amtmann in der Bergstadt die Kapelle bis auf die Grundmauern abriss. Nachdem nun im vergangenen Jahr der Gottesdienst nach einem Wolkenbruch stattfand und dann aber langsam richtig schönes Wetter aufkam, mussten in diesem Jahr die warmen Jacken herausgeholt werden. Nach einem gnadenlos warmen Wochenende wurde es kühl und windig, aber wenigstens blieb es trocken. Immerhin mehr als 100 Gläubige aus Nah und Fern hatten sich bis 14.30 Uhr eingefunden und feierten miteinander Gottesdienst.
Doch danach war noch lange nicht Schluss. Denn nach dem ersten Gottesdienst, den Pfarrer Wolfgang Kribl allein in den Ruinen der Kapelle abhielt, gab es wieder einen kleinen Festbetrieb mit Kaffee und Kuchen sowie Spielen für Kinder. Sogar eine Slackline hatte man für den Nachwuchs aufgebaut.


