Unterkirnach . In der 3000-Einwohner-Gemeinde soll das Feriendorf Naturresort Südschwarzwald mit 27 Chalets im Stil traditioneller Schwarzwaldhäuser entstehen. Ende Oktober startete die Vermarktung des Feriendorfes. Günter Holzner, Geschäftsführer des Planungsunternehmen Destinations-Development-Gesellschaft mbH (DDG) aus Baden-Baden, zieht eine erste Bilanz.

Das Feriendorf mit insgesamt 27 Chalets soll durch private Investoren finanziert werden. Wie ist bisher die Resonanz?

Bei gewerblichen Anlagenvermittlern und Maklern stößt unser Projekt auf höchste Zustimmung. Insbesondere touristische Fachverbände begrüßen ein solches Projekt für den Schwarzwald, weil es derartige Angebote dort nicht gibt, sie bei der Gewinnung von Urlaubsgästen vermisst werden.

Einige computerbasierte Bilder, wie die Chalets aussehen werden, haben Sie ja bereits veröffentlicht. Können Sie uns noch mehr dazu sagen?

Die Chalets werden im äußeren Erscheinungsbild über den Charakter eines Schwarzwaldhauses mit Krüppelwalmdach und Schwarzwälder Holz-Riegel-Fachwerk verfügen. Sie werden in Holzständerbauweise errichtet und im Inneren mit überwiegend sichtbarem, holzveredeltem Dachtragewerk und Galerie ausgerüstet sein. Es gibt drei Chalet-Typen. Die Chalets haben zwischen fünf bis sieben Schlafgelegenheiten, sind mit zwei bis drei Badezimmern ausgerüstet, rollstuhlgerecht geplant und mit sehr hochwertiger Innenausstattung komplett betriebsfertig möbliert und dekoriert. Hinsichtlich Raumstruktur und Ausstattung verfügen sie über hohe Qualität.

Was bringt das Projekt für die Gemeinde Unterkirnach und deren Einwohner?

Das Naturresort Südschwarzwald richtet sich an Urlaubsgäste, die als Paare, Familien oder Familienverbünde Urlaubsquartiere suchen, die Hotelkomfort bieten, gleichwohl aber über den Charakter eines Eigenheims für selbstbestimmtes Wohnen verfügen. Unterkirnach ist zwar ein Erholungsort mit einer gut entwickelten öffentlichen touristischen Infrastruktur, erfüllt aber diesen Urlaubstrend mit dem bisherigen Bettenangebot nicht ausreichend. Das führte zu einer über mehrere Jahre rückläufigen Anzahl an Übernachtungsgästen. Und damit hat der Ort natürlich konsumwirksame Einnahmeverluste und auch rückläufige Einnahmen an Kurtaxebeiträgen. Wir rechnen durch die Anlage, wenn sie, spätestens im Frühjahr 2014, in Betrieb gegangen ist, mit 16 500 Übernachtungen jährlich. Das bedeutet eine Umsatzintensität von 2,65 Millionen Euro. Eine derartige Belebung des Tourismus in der Gemeinde Unterkirnach würde jährlich etwa 100 000 Euro an zusätzlichen Einnahmen bedeuten. Hinzu kommen natürlich noch die Konsumeffekte für die Waren- und Dienstleistungsbetriebe.

Das alles hört sich nach einem gigantischen Projekt an. Warum sind Sie vom Erfolg des Naturressorts Südschwarzwald überzeugt?

Gigantisch ist das Projekt nicht; nicht gigantischer als bereits bestehende Ferienressorts. In sehr vielen Urlaubsregionen Europas gibt es schon seit vielen Jahren derartige Anlagen, nur nicht im Schwarzwald. In Österreich, der Schweiz, an Nord- und Ostseeküste, im Bayerischen Wald sowie in der Mosel-Region sind solche Anlagen mit Erfolg in Betrieb. Ursache für deren Erfolg sind die veränderten Anforderungen von Urlaubern, die auch im Urlaub "selbstbestimmt" wohnen möchten.