Unterkirnach Erfolg trotz einiger fehlender Textblätter

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Sonja Beitter (links) und Susanne Heiß, ehemalige Musiklehrerin der Roggenbachschule, bilden das Duo "Lola Pianola". Foto: Kommert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Hans-Jürgen Kommert

Das Duo "Lola Pianola" trat bei einem Chansonabend in der Heimatstube auf. Neben etlichen deutschen Chansons kam dabei unter anderem "La vie en rose" zu einem Comeback in Unterkirnach.

Unterkirnach. Eigentlich hätte die Heimatstube mit dem berühmten Blessing-Orchestrion nur als Kulisse für ein "Foto-Shooting" mit dem Duo "Lola Pianola" dienen sollen. Gemeinsam hatten sich die beiden Damen an Sieglinde Landoll gewandt, die dann mit der langjährigen Musiklehrerin Susanne Heiß aus Villingen und der Chansonnette Sonja Beitter aus Lindau einen Fototermin arrangierte. Doch nebenbei wurde beim Shooting auch gesungen und auf der Klaviatur des Orchestrions gespielt – und da sei es schnell gegangen, dass Landoll die beiden auf einen Chansonabend ansprach.

Liebenswerte Chaotinnen

Und so konnte Wolfgang Armbruster das Duo ankündigen – und man stellte fest, dass sowohl die Sängerin als auch die Pianistin liebenswerte Chaotinnen sind. Denn – das eine oder andere Noten- und Textblatt war im Koffer oder daheim geblieben.

Auf sehr charmante Art und Weise überspielte Sonja Beitter dieses Manko, auch wenn sie den Text zwischendurch auf Russisch interpretieren musste – zum Amüsement des Publikums. Marlene Dietrich stand nicht nur bei der Namensgebung "Lola Pianola" Pate.

Die berühmte deutsche Schauspielerin und Sängerin steuerte auch viele bekannte Titel bei, die Sonja Beitter interpretierte. So auch das berühmte Lied, bei dem es heißt: "Männer umschwirren mich wie Motten das Licht – kann denn Liebe Sünde sein?"

Natürlich besitzt Beitter nicht die berühmte, tiefe rauchig-erotische Stimme von Dietrich, doch die Botschaft brachte sie hervorragend zum Publikum: Nein, Liebe kann nicht Sünde sein. Lieder und Chansons aus fünf Jahrzehnten brachte das Duo auf das Parkett bei einem echten "Hautnah-Konzert", denn die Heimatstube war rappelvoll und immer wieder musste der Verein Stühle nachstellen.

Mit Charme und Fantasie

Mit viel Charme und Fantasie sang "Lola" Sonja Beitter, begleitet am Karl-Blessing-Orchestrion aus dem Jahr 1927 von "Pianola" Susanne Heiß. Neben etlichen deutschen Chansons stellte das Mutterland dieses Liedguts, Frankreich, den Hauptanteil zur Verfügung – und dabei kam man an Edith Piaf nicht vorbei. So kam unter anderem "La vie en rose" zu einem Comeback in Unterkirnach.

Nach einer kleinen Pause, in welcher der Verein die Besucher mit Getränken versorgte, kamen die beiden Künstlerinnen völlig verändert aus der Umkleidekabine: Hatten sie im ersten Teil ein mondänes 30-er-Jahre-Outfit an, standen sie in Teil zwei mit einem nüchternen Gewand der Nachkriegszeit auf der Mini-Bühne.

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