Von Michaela Sum

Unterkirnach. Riesige Pakete stehen über drei Hallen verteilt zur Abholung bereit. Die Firma Backtechnik S.I. liefert eine komplette Bäckerei ins ferne Kasachstan.Backbleche, Stapelkörbe, Rollwagen und natürlich große Geräte wie Brötchenbackmaschine und Vorgärschrank: Alles steht verpackt in den Hallen der Unterkirnacher Firma Backtechnik S.I. Nächste Woche werden die Pakete auf drei Lastwagen verladen, und "treffen dann hoffentlich in drei bis vier Wochen in Almaty, einer Stadt im Südosten Kasachstans ein", erklärt Geschäftsführer Gerd Maag.

Seit 14 Jahren gibt es das Unternehmen, das mit gerade einmal fünf Mitarbeitern Backtechnik in die ganze Welt liefert. "80 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Export", berichtet Maag. Alle Mitarbeiter waren früher bei Winkler in Villingen beschäftigt, einst weltgrößter Hersteller von Bäckereimaschinen, der 2000 Insolvenz anmeldete. Das Unternehmen hat keine eigene Produktion, es ist auf die Entwicklung und Endmontage von Bäckereimaschinen spezialisiert. Aber auch die Wartung von Geräten weltweit, darunter auch zahlreiche Maschinen der Firma Winkler, übernimmt Backtechnik S.I.

Obwohl die Firma weltweit agiert und an drei bis vier internationalen Fachmessen im Jahr teilnimmt, ist dieses Projekt schon etwas besonderes. "Wir waren von Anfang an in die Planungen involviert", sagt Maag. Von der Gebäudeplanung bis zum Bäckermeister, der den Kasachen in den ersten Wochen das nötige Handwerk beibringen wird, habe die Firma alles betreut und organisiert.

Auf das Unternehmen aufmerksam geworden sei die Investorin durch die Lieferung einer Komplettbäckerei in den Iran im Jahr 2006. "Vier Mal bin ich nach Almaty geflogen, um Details zu besprechen", so Maag. Die Investorin habe zwei Jahre in München gelebt und wolle sich nun den Wunsch von deutschem Brot in ihrer Heimat erfüllen.

Die Montage erfolgt im März des kommenden Jahres, dann soll die Bäckerei auch in Betrieb gehen. "Anfangs werden etwa zwei Tonnen Backwaren produziert", dies solle sich aber auf bis zu zehn Tonnen steigern. Das Hauptaugenmerk liege zunächst auf Brot, das in Kasachstan als Luxusprodukt gilt. Zunächst werden vier Brotsorten hergestellt, "aber es gibt Luft nach oben."