Um Kompromiss bemüht Familie Schlecker bietet Millionen-Vergleich

Anne Guhlich, 02.07.2012 18:30 Uhr

Ehingen - Die Klärung der Vermögensverhältnisse von Anton Schlecker, Gründer der zusammengebrochenen Drogeriemarktkette Schlecker, und seiner Familie nimmt Fahrt auf. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Familie um einen Kompromiss bemüht: Sie hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ein Vergleichsangebot gemacht. Demnach könne Geiwitz auf keinen großen Beitrag an liquiden Mitteln zur Insolvenzmasse aus dem Familienvermögen hoffen, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Summe der beanstandbaren Vermögensverschiebungen betrage zwischen fünf und zehn Millionen Euro. In diesem Rahmen liege auch das Vergleichsangebot der Familie. Die Forderungen der Gläubiger belaufen sich insgesamt auf 750 Millionen Euro.

Im Zuge der Insolvenz hat Geiwitz von Anton Schlecker gefordert, dass er alle Geschenke und Zahlungen über 100.000 Euro aus den vergangenen fünf, teilweise zehn, Jahren offenlegt. Gelegenheitsgeschenke von geringem Wert lässt die Insolvenzordnung zu. Wobei die Frage, was unter „gering“ zu verstehen ist, immer davon abhängt wie reich jemand zu dem Zeitpunkt des Geschenks war.

Wert der Ehinger Villa beziffert ein Gutachter auf zwischen zwei und drei Millionen Euro.

Geiwitz habe Geldgeschenke an Anton Schleckers Enkelkinder, einen Beitrag zur Renovierung der Wohnung seines Sohns Lars, eine Rückzahlung an die Firma seiner Kinder sowie die Übertragung der Ehinger Villa an seine Frau Christa angemahnt, berichten mit den Vorgängen vertraute Personen. Den Wert des 12.000 Quadratmeter großen Anwesens beziffert ein Gutachter auf zwischen zwei und drei Millionen Euro. Diesen Betrag muss die Familie zahlen, wenn sie das Grundstück aus der Insolvenzmasse zurück kaufen möchte. Falls Geiwitz auf den Vergleichsvorschlag der Familie nicht eingehen will, kann er Klage erheben. Als letzten Ausweg bliebe ihm die Zwangsvollstreckung.

Über die Zukunft der Schlecker-Tochter Ihr Platz gibt es noch keine Entscheidung. „Die Gespräche laufen noch“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

 
 
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