Von Erich Bieberstein

Tuningen. Seit vier Jahren ist das Storchennest auf dem Kirchturm eine Attraktion, zumal sich die schwarz-weiß gefiederten Genossen sichtlich wohlfühlen und auch für reichlich Nachwuchs sorgten. Jetzt stand ein Nestputz an.

Der Grundbau, welcher vom Heimatverein geschaffen wurde, erhielt jedes Jahr durch die Störche weitere Zweige und Äste sowie jede Menge Polstermaterial durch Erde, Moos und Gras. So wuchs das Storchennest zwischenzeitlich auf eine Höhe von fast 40 Zentimeter und ragte auch seitlich über den Metallbau hinaus.

Problematisch ist, dass sich durch die Materialien einschließlich dem Kot der Jungstörche der Boden des Nestes dermaßen verfestigt, dass sich bei Regen das Wasser im Nest sammelt und nicht mehr abläuft. Dies kann zur Unterkühlung der Jungtiere führen, da diese in den ersten Wochen nach dem Schlüpfen gefährdet sind.

Friedrich Widmann aus Neudingen ist seitens der Vogelschutzwarte Radolfzell mit der Überwachung beauftragt. Er säuberte und verkleinerte das Nest. Mit der Feuerwehrleiter aus Bad Dürrheim verschaffte er sich einen Blick in 28 Metern Höhe und begann mit der Verkleinerung des Nestes. Schnell wurde jedoch klar, dass sich dieses in einem komplett verdreckten Zustand befand. So wurde ein Großteil des Nestbaus abgetragen. Lediglich ein Unterbau mit rund zehn Zentimetern verblieb im Nest.

Aus der geplanten Stunde wurden letztlich fast vier Arbeitsstunden, doch war dies ein wichtiger Arbeitseinsatz, um auch künftig gesunde Jungstörche in Tuningen zu haben. Von der Storchenfamilie sind die Jungstörche komplett abgewandert. Einer der beiden Elternteile ist vermutlich Richtung Süden geflogen. Wie bereits im letzten Winter ist jedoch ein Storch nicht in warme Gefilde abgezogen und überwintert auf dem Tuninger Kirchturm.