Tuningen Melodienreigen der Musikvereine

Schwarzwälder-Bote, 29.04.2012 18:00 Uhr

Von Erich Bieberstein Tuningen. Einen Konzertabend der Extraklasse lieferten die Musikvereine aus Tuningen und Aasen beim Frühjahrskonzert in der Tuninger Festhalle.Vor einer guten Kulisse hatten die beiden Vereine ein anspruchsvolles Konzertprogramm zusammengestellt wonach jeder Musikliebhaber, egal welcher Musikrichtung ein Stück für sich finden konnte.

Eröffnet wurde der Konzertabend jedoch traditionell vom Jugendorchester der Tuninger und Ute Böcher bestätigte mit der Leistung ihres Orchesters, dass die konstante Jugendarbeit in Tuningen gute Früchte trägt. Checkpoint, Summer nights from "Grease" und "Just dance recorded", eine Meldodienfolge von Lady Gaga waren ein gekonnter Beginn des Abends. Dann bezogen die Aasener die Bühne und diese drohte bei 55 Musikanten fast aus den Fugen zu geraten.

Dirigentin Sarah Tröndle forderte ihre Musikanten aufs Höchste heraus. Insbesondere bei dem Hauptstück "Die Hexe und die Heilige" wurden schwierige rhythmische Passagen wie auch dynamische Wechsel bestens gemeistert. Tradition wurde mit dem Fliegermarsch einem der bekanntesten Konzertmärsche gerecht und mit der Phil Collins Collection wurde ein guter Schlusspunkt gesetzt, wobei naturgemäß die Zugaben obligatorisch waren.

Zwar in deutlich geringerer Menge als das Vorgängerorchester, jedoch klanglich ebenbürtig, übernahm der Musikverein Tuningen den dritten Konzertpart. Dirigent Johannes Baumann begann mit dem festlich-majestätisch klingenden Marsch aus "Herkules" von Friedrich Händel.

Die Blechbläser hatten hier das Sagen und mit einem gewaltigen Tutti war klar, dass die Tuninger sich ebenfalls bestens auf ihren Konzerthöhepunkt vorbereitet hatten. Wenn jemand eine gute Vorstellungskraft besitzt, dann konnte dieser problemlos den Flusslauf des Colorado Rivers beim gleichnamigen Stück verfolgen. Am Saxophon glänzte hierbei Kim Ehler, ergänzt von Trompetensoloparts von Jana Mattes. "Blue Rock" von Philip Sparke ist regional bestens bekannt, schließlich wurde es vor einigen Jahren anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Jugendorchesters der Stadtmusik Villingen geschrieben.

Rhythmisches Gefühl wie auch Unterschiede in der Dynamik waren hier gefordert und die monatelange Konzertvorbereitung hatte sich mit der Leistung bezahlt gemacht. Einen Ausflug in die Filmwelt übernahmen die Tuninger mit Hollywood Milestones. Da waren der weiße Hai ebenso vertreten wie Indiana Jones, Jurassic Park und Apollo 13. Die Marschzugabe gehörte auch hier dazu und den Schlußpunkt setzte man mit dem wohlklingenden "high­land cathedral". Beide Vereine zeigten sich mit ihren Erfolgen zufrieden und die Zuhörer erlebten trotz des dreistündigen Konzertabends ein kurzweiliges Musikereignis.

 
 
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