Tuningen Marielehaus-Abriss verzögert sich

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Die neuen Eigentümer der Powerfarm GmbH wollen sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. In diesem Zusammenhang soll das BHKW in der Schule an die Gemeinde verkauft werden. Das Bild zeigt den Powerfarm-Standort bei der Mülldeponie. Foto: Bieberstein Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Erich Bieberstein

Der geplante Abriss des zentral gelegenen Ökonomiegebäudes auf dem Platz, bei vielen auch als "Marielehaus" bekannt, wird sich weiter verzögern. Zudem ging es im Gemeinderat um die Powerfarm.

Tuningen. Dort soll ein Ärztehaus mit einer angrenzenden Wohnanlage mit altengerechten Wohneinheiten erstellt werden. Das bestehende Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es handelt sich zudem um ein Kulturdenkmal.

Über den Projektplaner wurde eine Wirtschaftlichkeitsberechung beim Baurechtsamt eingereicht, nach der die Sanierungskosten in keiner Relation zum Erhalt des leer stehenden Gebäudes stehen. Während das Baurechtsamt die Ansicht zur Unzumutbarkeit teilt, hat das Landesdenkmalamt hingegen die Zustimmung zum Abbruch nicht gegeben.

Als nächsten Schritt wird die Gemeinde jetzt ein Fachbüro beauftragen, wonach noch weitere Untersuchungen gemacht werden, so beispielsweise zum vorhandenen Hausschwamm im Mauerwerk, zu Feuchtigkeitsproblemen und auch zum Gesamtzustand des Gebäudes. Dazu wird das Fachbüro Spaett in Konstanz beauftragt.

Das Ergebnis zum desolaten Zustand des Gebäudes wird sich laut Bürgermeister Jürgen Roth vermutlich nicht ändern, allerdings kommen jetzt nochmals deutliche Kosten auf die Gemeinde zu, und es wird auch weitere Verzögerungen beim geplanten Baubeginn geben.

Powerfarm verkauft Anteile an Investor

Die Powerfarm GmbH hat die kompletten Anteile an einen neuen Investor verkauft. Dieser will die Strukturen im Unternehmen verschlanken und in diesem Zuge auch das vorhandene Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Tuninger Schule an die Gemeinde verkaufen. Dies sorgt seit einigen Jahren für die Grundlast der Wärmbebereitstellung, entsprechend konnten die Einschaltzyklen der Hauptheizung deutlich reduziert werden. Die Gemeinde zahlt an den bisherigen Betreiber lediglich die Hälfte der Gaskosten für diese Anlage, da die Powerfarm die Erlöse aus dem produzierten und in das Netz eingespeisten Stromes hat. Das BHKW würde zum aktuellen Buchwert von 8000 Euro den Eigentümer wechseln, im Gegenzug hat dann die Gemeinde auch die Erträge aus den mit der Anlage erzeugten Stromerlöse von jährlich rund 10 000 Euro, muss dann jedoch auch für die Wartungen geradestehen und den vollen Gaspreis bezahlen.

Den Gemeinderäten fehlte zur Entscheidung eine entsprechende Wirtschaftlichkeitsvergleichsrechnung nach dem bisherigen Status im Vergleich zum Eigenbetrieb. Auch will man einen aussagekräftigen Instandsetzungsplan zur Entscheidung, welcher eigentlich bei 80 000 Betriebsstunden erforderlich wäre. Aktuell liegen die Betriebsstunden bei 42 000, so dass man zumindest rechnerisch in den nächsten Jahren keine überdimensionierten Investitionen zu tragen hätte.

Die Entscheidung wird bis zur nächsten Gemeinderatsitzung verschoben. Dann soll die Gemeindeverwaltung die kompletten Berechnungen und auch die bestehenden Verträge vorlegen.

  
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