Trossingen Tödliche Attacke: Tatwaffen stammen aus Reha-Zentrum

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Die Reha-Einrichtung schloss einige Tage nach dem schrecklichen Ereignis. Foto: sb

Kreis Rottweil/Tuttlingen - Der Prozess um die getötete 45 Jahre alte Anja B. aus Trossingen wirft auch Fragen über das kurz nach der Tat geschlossene private Rehazentrum "Healthy Generation" in Trossingen auf. Dort hielt sich der Täter, ein 25 Jahre alter Student aus Moskau, drei Wochen lang auf, bevor er am Abend des 5. September die ihm unbekannte Mutter überfiel und mit mehreren Messerstichen brutal tötete.

Die Tatwaffen, die beiden Messer, stammten aus dem Haus. Der Beschuldigte, der aufgrund einer psychischen Erkrankung möglicherweise schuldunfähig ist, soll an jenem 5. September, einem Samstag, mehrere Male versucht haben, die Messer an sich zu nehmen. Dabei soll er sowohl von einer Mitbewohnerin als auch einem ehrenamtlichen Betreuer zur Rede gestellt worden sein. Man habe ihn aufgefordert, die Messer an Ort und Stelle zu lassen. Das ist der Aussage eines Zeugen zu entnehmen, der zunächst selbst zu Therapiezwecken die Einrichtung aufgesucht hatte und dort dann mehrere Monate auf freiwilliger Basis half. Später verließ der 25-Jährige dann unbemerkt das Gebäude. Die beiden Messer trug er bei sich.

Die Reha-Einrichtung wurde von einem Verein geleitet. Der Vorsitzende Egon Friesen schloss sie einige Tage nach dem schrecklichen Ereignis. Sie war nach dem, was man bisher weiß, vor allem Anlaufstelle für junge Menschen, die nach ihrer Drogenabhängigkeit Unterstützung auf ihrem Weg zurück in ein normales Leben suchten. Die Klientel stammte wohl vor allem aus Russland.

Als Behandlung kann das, was dort vonstatten ging, nicht bezeichnet werden. Eher handelte es sich um eine Art Wohngruppe, die von Ehrenamtlichen betreut wurde. Einmal in der Woche soll auch ein Psychologe vorbeigekommen sein, sagte der Zeuge am ersten Verhandlungstag vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil aus. Die Kammer erhoffte sich Aufschlüsse über das Verhalten des Beschuldigten während seiner Zeit in der Einrichtung. Ganz schlau wurde man indes von der Aussage des Zeugen, auch er stammt aus Russland, nicht. Möglicherweise jedoch legte der Beschuldigte mehrere Male ein seltsames Verhalten an den Tag. Friesen selbst soll ebenfalls vor Gericht aussagen. Der nächste Verhandlungstermin ist am kommenden Montag um 9 Uhr.

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