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Trickbetrug in Stuttgart Echte Polizei fasst falschen Polizisten

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Die Polizei hat einen 22-Jährigen gefasst, der als falscher Polizist abkassieren wollte. Foto: dpa

Stuttgart - Der junge Mann war mehr als 350 Kilometer nach Stuttgart gereist, um hier bei älteren Menschen abzukassieren. Als falscher Polizist sollte er die Ersparnisse abholen, die seine Hintermänner bereits telefonisch den Opfern abgeschwatzt hatten. Der 22-Jährige rechnete mit 20 000 Euro Beute – aber nicht damit, dass die Handschellen klicken würden. Er sitzt in U-Haft.

Nach Hunderten von Anrufen und zahlreichen Opfern, die auf die Telefonbetrugsmasche mit falschen Polizisten hereingefallen sind, kann die Stuttgarter Polizei nun einen Erfolg vermelden: Am Montag wurde der 22-Jährige bei einer fingierten Geldübergabe im Kernerviertel in der Innenstadt festgenommen – von der echten Polizei. Am Dienstag landete er vor einem Haftrichter, der ihn hinter Gitter schickte. Obwohl er Deutscher ist und einen festen Wohnsitz 350 Kilometer von Stuttgart entfernt hat. Freilich ist er nur der Kurier einer Gruppierung, die sich auf die Masche mit den falschen Polizisten spezialisiert hat. „Die Ermittlungen über die Hintermänner dauern an“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann.

Betrüger werden selbst in die Falle gelockt

Die Betrüger waren an die Falsche geraten, als sie am Sonntag bei einer 64-jährigen Stuttgarterin anriefen. Ein angeblicher Kripobeamter behauptete, dass man zwei Täter einer Diebesbande festgenommen habe – und dabei sei eine Liste aufgetaucht, auf der die Adresse der 64-Jährigen vermerkt sei. Der Anrufer erkundigte sich über die finanziellen Verhältnisse der Frau und übergab den Hörer dann an seinen angeblichen Vorgesetzten. Der forderte die Stuttgarterin auf, am Montag bei ihrer Bank ihre Ersparnisse abzuholen. Dies war allerdings der Punkt, der die 64-Jährige misstrauisch machte – sie informierte ihrerseits die echte Polizei.

Unter der Regie der echten Kripo wurden die Betrüger ihrerseits in die Falle gelockt. Zu welcher Gruppierung der 22-jährige Tatverdächtige gehört, ist noch unklar. Denn erstmals handelt es sich um einen Deutschen russischer Abstammung. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei dürften die Drahtzieher der Betrügereien aber eher von der Türkei aus agieren.

Viele Spuren führen in die Türkei

Bei dem ersten geklärten Fall dieses Jahres ging im Januar in Stuttgart-Freiberg ein 35-jähriger Deutscher türkischer Abstammung ins Netz. Für einen Betrugsfall in Eningen (Kreis Reutlingen) gilt ein 31-Jähriger als tatverdächtig, der aus der Türkei eingereist war, ehe er im Ruhrgebiet gefasst wurde. Als Anfang Mai eine 82-Jährige aus Jettingen (Kreis Böblingen) hereingelegt werden sollte, wurde ein 41-jähriger Türke aus dem Ruhrgebiet als mutmaßlicher Kurier gefasst.

Einen Ermittlungserfolg gab es auch Ende Mai, als ein 82-Jähriger aus Sindelfingen (Kreis Böblingen) mehrere Zehntausend Euro an falsche Polizisten herausgeben sollte. Dabei ging eine 21-jähriger türkischstämmiger Deutscher ins Netz, der aus Niedersachsen angereist war. Im Juli wurden zwei 20 und 26 Jahre alte Deutsche mit Migrationshintergrund sowie ein 26-jähriger Kroate in Heilbronn dingfest gemacht, die eine 79-Jährige auf dem Killesberg um Zehntausende Euro gebracht hatten. Die Polizei ist überzeugt, dass die Hintermänner über jene Call Center in der Türkei agieren, die in den Jahren davor mit falschen Gewinnversprechen dicke Geschäfte machten.

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